Warum wird beim Speedtest häufig eine niedrigere Geschwindigkeit angezeigt als bei der Anzeige meines Routers?
- Unterschiedliche Messmethoden und Zeitpunkte
- Einfluss von Netzwerkauslastung und Serverstandort
- Interne Netzwerkfaktoren und Endgerät
- Protokolle und Messzeitraum
- Zusammenfassung
Unterschiedliche Messmethoden und Zeitpunkte
Die Geschwindigkeitsanzeige am Router basiert meist auf der Verbindung zwischen dem Router und dem Internetanbieter (ISP). Diese Werte messen häufig die maximale theoretische Bandbreite oder die Verbindungsgeschwindigkeit zum nächsten Netzwerkpunkt des Providers. Ein Speedtest hingegen misst die tatsächliche Geschwindigkeit von Ihrem Gerät bis zu einem externen Server im Internet. Dabei werden verschiedenste Faktoren berücksichtigt, die zu einer niedrigeren Geschwindigkeit führen können als die Anzeige im Router.
Einfluss von Netzwerkauslastung und Serverstandort
Ein Speedtest sendet Datenpakete zu einem Server, der oft geografisch weiter entfernt ist als der direkte Anschluss des Routers an den Anbieter. Je weiter entfernt der Testserver ist, desto höher können Latenzzeiten und Paketverluste sein, was die Messergebnisse beeinträchtigt. Zudem kann die Auslastung des ISP-Netzwerks und die aktuelle Belastung des Testservers die gemessene Geschwindigkeit reduzieren. Routeranzeigen zeigen hingegen häufig eine unveränderte Verbindungsgeschwindigkeit an, ohne jedoch die tatsächliche Übertragung zum Endgerät oder den Internetserver zu berücksichtigen.
Interne Netzwerkfaktoren und Endgerät
Die Geschwindigkeit, die Ihr Endgerät beim Speedtest erreicht, hängt auch von der Qualität des internen Netzwerks ab. Faktoren wie kabellose Verbindungen über WLAN, Störungen, ältere Netzwerkhardware oder parallel laufende Anwendungen können die tatsächliche Übertragungsgeschwindigkeit limitieren. Der Router zeigt in vielen Fällen die maximale Leistung der Internetverbindung an, nicht aber die Geschwindigkeit, die Ihr Endgerät im aktuellen Moment erreichen kann.
Protokolle und Messzeitraum
Router messen oft die physikalische Verbindungsgeschwindigkeit (z.B. Sync-Rate der DSL-Leitung oder Modemspeed), während Speedtests auf Protokollebene (TCP, UDP) arbeiten und somit den tatsächlichen Datendurchsatz messen, einschließlich aller Verzögerungen und Protokolloverheads. Zudem sind Speedtests Momentaufnahmen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt durchgeführt werden, während Routerwerte eine ständig in Echtzeit aktualisierte Verbindungsgeschwindigkeit darstellen.
Zusammenfassung
Zusammengefasst werden beim Router überwiegend theoretische oder maximale Verbindungsgeschwindigkeiten angezeigt, die jedoch nicht zwingend mit der tatsächlichen Datenrate übereinstimmen, die Endgeräte oder Speedtests ermitteln. Die tatsächliche Geschwindigkeit hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem vom internen Netzwerk, dem Testserver, der Netzwerkauslastung und der verwendeten Messmethode. Deshalb ist es normal, dass Speedtests oft niedrigere Geschwindigkeiten anzeigen als die Werte am Router.
