Warum merkt sich KeePass meine Master-Passphrase nicht und fragt sie bei jedem Start ab?

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  1. Die Sicherheitsphilosophie hinter der Master-Passphrase
  2. Technische Gründe, warum die Master-Passphrase nicht gespeichert wird
  3. Möglichkeiten zur bequemen Nutzung ohne häufige Eingabe
  4. Fazit

KeePass ist eine Passwort-Manager-Software, die Wert auf Sicherheit und Schutz der gespeicherten Daten legt. Die Master-Passphrase (oder das Master-Passwort) dient als zentrales Sicherheitselement, mit dem die gesamte Passwortdatenbank verschlüsselt und deaktiviert wird. Aufgrund dieser sicherheitskritischen Rolle speichert KeePass standardmäßig die Master-Passphrase nicht, sondern fordert sie bei jedem Programmstart an.

Die Sicherheitsphilosophie hinter der Master-Passphrase

Die Master-Passphrase ist der einzige Schlüssel, mit dem die verschlüsselte Datenbank geöffnet werden kann. Wenn KeePass die Master-Passphrase dauerhaft speichern würde, würde dies potenziell eine ernsthafte Sicherheitslücke darstellen, denn wenn jemand unberechtigterweise Zugriff auf das Gerät hat, könnte er auch die Passphrase auslesen und damit auf alle Passwörter zugreifen. Deshalb legt KeePass großen Wert darauf, das Master-Passwort nicht automatisiert zwischenspeichern oder hinterlegen zu lassen.

Technische Gründe, warum die Master-Passphrase nicht gespeichert wird

KeePass ist so konzipiert, dass die Entschlüsselung der Datenbank nur erfolgt, wenn die korrekte Master-Passphrase eingegeben wird. Die verwendete Verschlüsselung speichert lediglich eine Prüfsumme oder einen Schlüsselableitungswert, um zu prüfen, ob das eingegebene Passwort korrekt ist, nicht aber das Passwort selbst. Eine dauerhafte Speicherung wäre technisch nur möglich, wenn entweder die komplette Datenbank unverschlüsselt gespeichert würde (was den Sicherheitszweck ad absurdum führen würde) oder wenn das Passwort in irgendeiner Form sicher hinterlegt wird, z.B. im Betriebssystem-Schlüsselbund. KeePass speichert das Passwort standardmäßig weder in seinem eigenen Programm noch in unsicheren Zwischenspeichern.

Möglichkeiten zur bequemen Nutzung ohne häufige Eingabe

Manche Anwender wünschen sich, das Master-Passwort nicht bei jedem Start eingeben zu müssen. KeePass unterstützt dafür aber gewisse Optionen, die allerdings bewusst keine automatische Speicherung der Passphrase innerhalb des Programms erlauben. Beispielsweise gibt es Plugins oder externe Tools, die das Master-Passwort in einem sicheren Bereich des Betriebssystems speichern können, etwa im Windows Credential Manager oder macOS Keychain. Auch kann man sogenannte Schlüsseldateien verwenden, wodurch der Zugriff an eine Datei gekoppelt wird, die Kombinationsschutz bietet – hier wird aber immer noch eine Authentifizierung erforderlich.

Darüber hinaus kann KeePass während einer Sitzung die Datenbank unverschlüsselt im Speicher halten, solange das Programm geöffnet bleibt. Das bedeutet: Wenn Sie KeePass zwischenzeitlich schließen und erneut öffnen, ist die Passphrase erneut erforderlich. Diese Schutzmaßnahme verhindert den unbefugten Zugang bei längerer Inaktivität oder Gerätezugriff.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass KeePass Ihre Master-Passphrase bewusst nicht speichert, um das höchstmögliche Sicherheitsniveau aufrechtzuerhalten. Die wiederholte Abfrage beim Programmstart ist eine bewährte Sicherheitsmaßnahme, die Ihren gesamten Passwortbestand vor unbefugtem Zugriff schützt. Wer dennoch den Komfort erhöhen möchte, kann sich bei bestimmten Betriebssystemen mit deren sicheren Speichermöglichkeiten oder mit Plugins auseinandersetzen. Dabei sollte jedoch stets sorgfältig abgewogen werden, wie viel Komfort man zulasten der Sicherheit opfern möchte.

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