So legen Sie Standardanwendungen in Ubuntu fest
- Über die grafische Benutzeroberfläche (GNOME)
- Über die Kommandozeile mit xdg-mime
- Systemweite Einstellungen über update-alternatives
- Fazit
Über die grafische Benutzeroberfläche (GNOME)
Ubuntu verwendet standardmäßig die GNOME-Desktop-Umgebung, die eine einfache Möglichkeit bietet, Standardanwendungen für verschiedene Dateitypen und Aufgaben festzulegen. Um dies zu tun, öffnen Sie zunächst die Einstellungen-App. Diese finden Sie, indem Sie auf das Systemmenü oben rechts klicken und dort das Schraubenschlüssel-Symbol oder direkt Einstellungen auswählen.
In den Einstellungen navigieren Sie im linken Menü zu Standardanwendungen. Dort sehen Sie Kategorien wie Web, Mail, Kalender, Musik, Video und Fotos. Klicken Sie auf die gewünschte Kategorie, um aus einer Liste der installierten Anwendungen eine Auswahl als Standard festzulegen. Sobald die Auswahl getroffen ist, wird die gewählte Anwendung automatisch verwendet, wenn Sie beispielsweise einen Link in Ihrem Browser öffnen oder eine Musikdatei abspielen.
Für spezifische Dateitypen, die nicht unter den allgemeinen Kategorien fallen, können Sie im Dateimanager (Nautilus) mit der rechten Maustaste auf eine Datei klicken, Eigenschaften wählen und dort unter dem Reiter Öffnen mit eine Standardanwendung für diesen Dateityp festlegen. Wählen Sie Ihre gewünschte Anwendung aus und klicken Sie auf Als Standard festlegen. So wird für alle Dateien dieses Typs künftig die gewählte Anwendung verwendet.
Über die Kommandozeile mit xdg-mime
Wenn Sie lieber die Kommandozeile verwenden, bietet Ubuntu das Tool xdg-mime an, mit dem sich Standardanwendungen systemweit oder benutzerspezifisch einstellen lassen. Um beispielsweise den Standard-Texteditor für Dateien mit dem MIME-Typ text/plain festzulegen, führen Sie den folgenden Befehl aus:
xdg-mime default gedit.desktop text/plain
Hierbei ist gedit.desktop die Desktop-Entry-Datei der Anwendung, die Sie als Standard setzen möchten. Die Desktop-Entry-Dateien liegen üblicherweise in /usr/share/applications/ oder in ~/.local/share/applications/. Sie können dort nachschauen, wie die Datei heißt, die zu Ihrer Anwendung gehört.
Sie können auch den aktuellen Standard für einen bestimmten MIME-Typ mit dem Befehl xdg-mime query default text/plain abfragen. So erhalten Sie einen Überblick darüber, welche Anwendung zurzeit als Standard gesetzt ist.
Systemweite Einstellungen über update-alternatives
Für einige systembezogene Standardprogramme, z.B. den Standardeditor, Standard-Java oder Standard-Python, können Sie mit dem Befehl update-alternatives die Systemeinstellungen steuern. Zum Beispiel mit sudo update-alternatives --config editor können Sie aus einer Liste von Editoren auswählen, die als Standard-Editor verwendet werden sollen.
Dieser Mechanismus ist vor allem für Kommandoprogramme gedacht und betrifft nicht die Standardanwendungen des Desktops direkt, ist aber hilfreich, wenn Sie bevorzugte Programme im Terminal ändern wollen.
Fazit
Ubuntu bietet verschiedene Wege, Standardanwendungen zu konfigurieren: über die grafische Oberfläche in den Einstellungen, über den Dateimanager für einzelne Dateitypen, über die Kommandozeile mit xdg-mime und für systemweite Kommandozeilen-Anwendungen mit update-alternatives. Je nach Anwendungsfall können Sie den für Sie bequemsten Weg wählen, um Ihr Ubuntu-System und Ihren Workflow optimal anzupassen.