MIMO und VDSL: Was ist der Unterschied zwischen Profil 17a und 35b?

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  1. Einführung in VDSL und Profile
  2. Was bedeutet Profil 17a?
  3. Was ist das Profil 35b? – Supervectoring
  4. Die Rolle von MIMO bei VDSL
  5. Fazit: Wann lohnt sich welches Profil?

Einführung in VDSL und Profile

VDSL (Very High-Speed Digital Subscriber Line) ist eine Technologie für die Breitband-Internetübertragung über Kupferleitungen. Sie ermöglicht deutlich höhere Geschwindigkeiten als herkömmliches ADSL. Innerhalb von VDSL gibt es verschiedene Profile, die definieren, wie die Bandbreite und Frequenzen genutzt werden. Die zwei am häufigsten diskutierten Profile sind dabei 17a und 35b. Diese Profile spielen eine wichtige Rolle, um unterschiedliche Geschwindigkeiten und Reichweiten zu realisieren.

Was bedeutet Profil 17a?

Das VDSL-Profil 17a ist ein Standardprofil, das auf einer maximalen Bandbreite von 17 MHz auf der Kupferleitung basiert. Es war lange Zeit das gängigste Profil bei der VDSL-Schaltung, vor allem in Gebieten mit moderaten Leitungslängen. Mit diesem Profil sind typischerweise Downloadraten von bis zu 100 Mbit/s möglich. Die Verkürzung der Leitungslänge begünstigt hier die Geschwindigkeit, da hohe Frequenzen über lange Leitungen nicht verlustfrei übertragen werden können.

Was ist das Profil 35b? – Supervectoring

Profil 35b wird oft als "Supervectoring" bezeichnet und erweitert die Frequenzen auf bis zu 35 MHz. Im Vergleich zu 17a ermöglicht 35b signifikant höhere Datenraten, die theoretisch bis zu 300 Mbit/s im Downstream erreichen können. Diese Erweiterung macht es möglich, dass bereits über das bestehende Kupfernetz schnelleres Internet realisiert werden kann, ohne dass Glasfaser bis zum Kunden gelegt werden muss. Jedoch ist die Reichweite bei 35b tendenziell kürzer, da höhere Frequenzen anfälliger für Dämpfung sind.

Die Rolle von MIMO bei VDSL

MIMO (Multiple Input Multiple Output) ist eine Technik, die bei der Datenübertragung über Funkverbindungen und zunehmend auch im Festnetz Anwendung findet. Bei VDSL wird MIMO nicht in der gleichen Weise eingesetzt wie bei WLAN oder Mobilfunk, da es sich hier um eine leitungsgebundene Technologie handelt. Dennoch gibt es optimierte Anschlusskonzepte, die mehrere Kupferadern nutzen, um Datenströme zu vervielfachen und die Stabilität bzw. die Geschwindigkeit zu erhöhen. In Kombination mit Profil 35b könnten solche Techniken die Auslastung der Leitung verbessern, wenngleich MIMO hier nicht der dominierende Faktor ist.

Fazit: Wann lohnt sich welches Profil?

Profil 17a ist weiterhin verbreitet und ausreichend für viele Haushalte, die moderate Bandbreiten bis 100 Mbit/s benötigen und bei denen die Leitungen eine entsprechende Länge aufweisen. Profil 35b bietet moderne Möglichkeiten für sehr hohe Geschwindigkeiten, vor allem in Gebieten mit kurzen Leitungslängen und einer entsprechenden Netzwerkinfrastruktur. Ob MIMO-ähnliche Techniken bei VDSL konkret zum Tragen kommen, hängt von der konkreten Ausstattung des Netzbetreibers ab. Für Endkunden sind Profilwahl und Einsatz von MIMO meist keine direkte Entscheidungsfrage, sondern werden vom Anbieter im Hintergrund gesteuert.

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