Kann ich RetroArch auf mehreren Plattformen synchronisieren und wie?

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  1. Grundlagen der Synchronisation in RetroArch
  2. Manuelle Synchronisation über Cloud-Speicherdienste
  3. Technische Umsetzung und praktische Tipps
  4. Automatische Synchronisation mittels RetroArch-Online-Diensten
  5. Wichtige Hinweise und Risiken
  6. Zusammenfassung

Grundlagen der Synchronisation in RetroArch

RetroArch ist ein vielseitiger Emulator, der auf zahlreichen Plattformen wie Windows, macOS, Linux, Android, iOS, und verschiedenen Konsolen genutzt werden kann. Eine häufig gestellte Frage ist, ob es möglich ist, Einstellungen, Spielstände und Konfigurationen zwischen diesen Plattformen zu synchronisieren. RetroArch unterstützt keine eingebaute automatische Cloud-Synchronisation, wie sie beispielsweise moderne Anwendungen über Dienste wie Google Drive oder iCloud anbieten. Dennoch gibt es Möglichkeiten, um eine Synchronisation manuell oder halbautomatisch zu realisieren.

Manuelle Synchronisation über Cloud-Speicherdienste

Die gängigste Methode zur Synchronisierung zwischen verschiedenen Installationen von RetroArch auf unterschiedlichen Geräten ist die Verwendung eines Cloud-Speicherdienstes wie Dropbox, Google Drive, OneDrive oder ähnlichem. Dabei speicherst du den Ordner, der deine Konfigurationen, Spielstände (Savegames) und andere wichtige Daten enthält, in einem Cloud-ordner. Anschließend richtest du RetroArch auf jedem Gerät so ein, dass es diese Dateien aus dem Cloud-Ordner verwendet.

Der wichtigste Ordner für diese Daten nennt sich üblicherweise RetroArch oder retroarch und beinhaltet Unterordner wie savefiles (für Spielstände), config (für benutzerdefinierte Einstellungen) und states (für Zustände des Spiels). Indem man diesen Ordner in den Cloud-Speicher legt und auf allen Geräten RetroArch auf diesen Ordner zugreifen lässt, können die Daten synchron gehalten werden.

Technische Umsetzung und praktische Tipps

Da RetroArch standardmäßig lokale Pfade für Speicherung nutzt, ist oft eine manuelle Anpassung notwendig. Auf Desktop-Systemen kann man zum Beispiel den RetroArch-Ordner komplett in den Cloud-Speicher verschieben und einen symbolischen Link (Symlink) von der üblichen RetroArch-Datenposition auf den Cloud-Ordner anlegen. Auf Windows-Systemen lässt sich dies mit mklink umsetzen, unter macOS oder Linux mit ln -s. So interpretiert RetroArch weiterhin den Originalspeicherort, tatsächlich liegen die Daten aber im synchronisierten Cloud-Ordner.

Auf mobilen Plattformen wie Android kann man die RetroArch-Daten meist direkt in einem Cloud-Sync-Ordner ablegen, wenn die Cloud-App dies unterstützt. In manchen Fällen ist es notwendig, die Speicherpfade in den RetroArch-Einstellungen manuell anzupassen, falls dies vom Interface unterstützt wird.

Automatische Synchronisation mittels RetroArch-Online-Diensten

Seit einigen RetroArch-Versionen besteht die Möglichkeit, Online-Dienste zu nutzen, um Spielstände und Konfigurationen zu sichern bzw. zu synchronisieren. Diese Funktion ist allerdings noch experimentell, wo verfügbar, abhängig von der Plattform und erfordert oft eine Registrierung oder Einbindung von Diensten wie RetroArch Cloud Save. Der Dienst ist nicht flächendeckend ausgerollt und funktioniert vor allem mit unterstützten Core-Overlays und ausgewählten Plattformen.

Wichtige Hinweise und Risiken

Beim Synchronisieren von RetroArch-Daten über Cloud-Speicher sollte man vorsichtig sein, um Datenverlust oder Konflikte zu vermeiden. Wenn RetroArch auf zwei Geräten gleichzeitig geöffnet ist und beide Änderungen an denselben Dateien vornehmen, kann es zu Synchronisationskonflikten kommen, die Spielstände beschädigen können. Es wird daher empfohlen, RetroArch immer auf einem Gerät zu schließen, bevor man das andere verwendet oder sicherzustellen, dass Synchronisationen komplett abgeschlossen sind.

Außerdem sollte man Backups der Daten anlegen, um im Fall von Problemen den ursprünglichen Zustand wiederherstellen zu können.

Zusammenfassung

Eine native, automatische plattformübergreifende Synchronisation von RetroArch gibt es derzeit nicht. Am besten lässt sich eine Synchronisation über Cloud-Speicherdienste realisieren, indem man die RetroArch-Datenordner in einen Cloud-Ordner verschiebt oder verlinkt. Experimentelle Online-Funktionen können ergänzend genutzt werden, sind aber noch nicht auf allen Plattformen zuverlässig verfügbar. Mit der richtigen Organisation und Vorsicht bei der Nutzung kann man so RetroArch auf mehreren Geräten mit synchronisierten Spielständen und Einstellungen betreiben.

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