Ist VirtualBox wirklich Open Source?
- Die Herkunft von VirtualBox und seine Lizenzierung
- VirtualBox Open Source Edition (OSE) versus Proprietäre Erweiterungen
- Fazit zur Frage der Open Source Natur von VirtualBox
VirtualBox ist eine weitverbreitete Virtualisierungssoftware, die es ermöglicht, verschiedene Betriebssysteme auf einem Host-System auszuführen, ohne dass dafür eine separate Hardware benötigt wird. Die Frage, ob VirtualBox tatsächlich Open Source ist, wird oft gestellt, da der Begriff "Open Source" unterschiedliche Bedeutungen und Ausprägungen haben kann. Im Folgenden wird ausführlich erläutert, in welchem Umfang VirtualBox quelloffen ist und welche Lizenzierungsmodelle dabei eine Rolle spielen.
Die Herkunft von VirtualBox und seine Lizenzierung
VirtualBox wurde ursprünglich von der Firma Innotek entwickelt, später von Sun Microsystems übernommen und schließlich von Oracle weitergeführt. Die Software existiert in zwei Hauptversionen: einer freien Version, die unter der GNU General Public License (GPL) veröffentlicht wird, und einer kostenpflichtigen Version mit zusätzlichen Features. Die GPL ist eine weitverbreitete Open Source Lizenz, die sicherstellt, dass der Quellcode frei zugänglich ist und verändert sowie weiterverbreitet werden darf.
VirtualBox Open Source Edition (OSE) versus Proprietäre Erweiterungen
Die sogenannte Open Source Edition von VirtualBox, auch VirtualBox OSE genannt, ist tatsächlich unter der GPL lizenziert und bietet den Großteil der Grundfunktionalitäten an. Der Quellcode für diese Version ist öffentlich einsehbar und kann von der offiziellen VirtualBox-Webseite heruntergeladen werden. Allerdings fehlen in der OSE bestimmte Erweiterungen und Zusatzfunktionen, die Oracle als proprietäre Extensions unter einer eigenen Lizenz bereitstellt. Darunter fallen beispielsweise USB 2.0 und 3.0 Support, Remote Desktop Protokoll (RDP), PXE Boot für Intel-Netzwerkkarten und eine verbesserte Grafikunterstützung.
Fazit zur Frage der Open Source Natur von VirtualBox
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass VirtualBox in seiner Grundversion tatsächlich Open Source ist und der Quellcode frei verfügbar ist. Die zusätzlichen Features, die für bestimmte Anwendungsfälle wichtig sein können, stehen jedoch unter einer proprietären Lizenz und sind nicht frei zugänglich. Daher kann man VirtualBox als eine Hybrid-Software betrachten, bei der ein großer Teil Open Source ist, während einige Erweiterungen proprietär bleiben. Für viele Anwender ist die Open Source Edition ausreichend, um virtuelle Maschinen zu betreiben, und bietet damit eine kostenfreie Alternative zu anderen Virtualisierungslösungen.
