Fonts erstellen – Wie erstellt man eigene Schriftarten?
- Grundlagen und Vorbereitung
- Digitale Umsetzung und Tools
- Feinanpassung und technische Details
- Export und Nutzung des Fonts
- Fazit
Das Erstellen von eigenen Fonts, also Schriftarten, ist ein kreativer Prozess, der sowohl künstlerisches Gespür als auch technisches Verständnis erfordert. Viele Designer und Typografen interessieren sich dafür, individuelle Fonts zu entwickeln, um ihren Projekten eine einzigartige Optik zu verleihen oder eigene Markenidentitäten zu gestalten. Doch wie genau funktioniert der Prozess des Fonts erstellens und welche Schritte sind dafür notwendig?
Grundlagen und Vorbereitung
Bevor man mit dem eigentlichen Erstellen einer Schriftart beginnt, ist es wichtig, sich über die Grundlagen der Typografie und Schriftgestaltung zu informieren. Dazu zählt zum Beispiel das Verständnis der Anatomie von Buchstaben – wie Serif, Strichstärken, Proportionen und Abstände. Auch sollte man sich überlegen, welche Art von Schrift man entwickeln möchte: Eine serifenlose Groteskschrift, eine verschnörkelte Serifenschrift oder vielleicht sogar eine handschriftliche Script-Schrift. Die Vorbereitung umfasst auch das Entwerfen von Skizzen und das Festlegen eines konsistenten Stils.
Digitale Umsetzung und Tools
Der nächste Schritt besteht darin, die skizzierten Buchstaben digital umzusetzen. Hierfür gibt es spezielle Software zum Fonts erstellen, wie zum Beispiel FontLab, Glyphs oder das kostenlose Programm FontForge. In diesen Programmen können die Buchstabenvektoren präzise gezeichnet und bearbeitet werden. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Feinheiten der Kurvenführung, Ankerpunkte und der gesamte Zeichenabstand. Man arbeitet oft mit Bézier-Kurven, um eine glatte und ästhetische Form zu gewährleisten.
Feinanpassung und technische Details
Nachdem alle Zeichen digital vorliegen, folgt die Phase der Feinanpassung. Hier wird sichergestellt, dass alle Buchstaben harmonisch zusammenpassen und keine Probleme beim Setzen von Text entstehen. Man prüft Glyphen auf ihre optische Wirkung und auf technische Details wie Kerning – also den Abstand zwischen einzelnen Buchstabenpaaren – sowie die Linienführung. Ebenso werden Sonderzeichen, Zahlen und weitere erforderliche Glyphen ergänzt. Außerdem kann man bestimmte OpenType-Features definieren, die das Schriftbild zudem verbessern, beispielsweise Ligaturen oder stilistische Alternativen.
Export und Nutzung des Fonts
Ist der Font fertiggestellt, wird er aus der Software exportiert. Die gängigsten Formate sind TrueType (.ttf) oder OpenType (.otf). Diese Dateien können anschließend auf Computern oder in Webprojekten verwendet werden. Für Webfonts stehen außerdem Formate wie WOFF oder WOFF2 zur Verfügung, die besonders für die Nutzung im Internet optimiert sind. Je nach Verwendungszweck kann man den Font einfach installieren oder in einer Website einbinden. Dabei ist es auch wichtig, auf Lizenzfragen zu achten, wenn man den Font weitergeben oder verkaufen möchte.
Fazit
Fonts erstellen ist ein anspruchsvoller und lohnender Prozess, der kreatives Design mit technischer Präzision verbindet. Von der anfänglichen Idee über das digitale Zeichnen bis hin zur endgültigen Feinanpassung benötigt man Zeit und Geduld. Mit modernen Tools ist es heute relativ gut möglich, selbst maßgeschneiderte Fonts zu gestalten, die individuell und professionell wirken. Ob für den privaten Gebrauch oder kommerzielle Projekte – eine selbst entwickelte Schrift kann ein starkes Gestaltungselement sein.
