Woraus setzen sich OSB-Platten primär zusammen?
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OSB-Platten (englisch: Oriented Strand Board, zu Deutsch: „Platte aus ausgerichteten Spänen“) setzen sich primär aus drei Komponenten zusammen:
1. Holzspäne (ca. 90–95 %)
Den Hauptbestandteil bilden lange, schlanke Holzspäne, die sogenannten Strands.
- Holzart: Meist wird Nadelholz (Fichte, Kiefer) verwendet, da dieses weich ist und sich gut verarbeiten lässt. In Nordamerika wird auch häufig Espenholz genutzt.
- Beschaffenheit: Die Späne sind etwa 100 bis 150 mm lang, 10 bis 50 mm breit und weniger als 1 mm dick.
- Ausrichtung: Der Name „Oriented“ kommt daher, dass die Späne in den äußeren Schichten der Platte längs und in der Mittelschicht quer ausgerichtet sind. Dies verleiht der Platte ihre hohe Stabilität und Festigkeit.
2. Bindemittel / Klebstoffe (ca. 5–10 %)
Damit die Späne zusammenhalten, werden sie unter hohem Druck und Hitze mit Kunstharzen verpresst.
- MDI/PMDI: Moderne Platten verwenden häufig isocyanathaltige Klebstoffe (MDI), die formaldehydfrei verleimt sind. Dies ist besonders für den Innenbereich wichtig.
- Phenol-Formaldehyd-Harz oder Melamin-Harnstoff-Formaldehyd-Harz: Diese werden ebenfalls genutzt, wobei streng auf die Einhaltung von Emissionsklassen (z. B. E1) geachtet wird.
3. Additive (ca. 1 %)
In geringen Mengen werden Zusatzstoffe beigemischt, um die Eigenschaften der Platte zu verbessern:
- Paraffinwachs: Um die Wasserabweisung (Quellschutz) zu erhöhen.
- Wasser: Eine geringe Restfeuchte ist im Holz natürlich enthalten bzw. notwendig für den Pressvorgang.
- Gegebenenfalls Fungizide/Insektizide: Nur bei speziellen Platten, die für den Einsatz in extrem feuchten oder tropischen Umgebungen gedacht sind.
Zusammenfassend: Eine OSB-Platte besteht im Wesentlichen aus gezielten Holzspänen, die mit Kunstharz und etwas Wachs zu einer stabilen Mehrschichtplatte verpresst wurden.