Woraus besteht Dämmwolle?
Der Begriff Dämmwolle ist ein Sammelbegriff für verschiedene faserige Dämmstoffe. Am häufigsten ist damit Mineralwolle gemeint, aber es gibt auch ökologische Alternativen aus nachwachsenden Rohstoffen.
Hier ist die genaue Zusammensetzung der gängigsten Arten:
1. Mineralwolle
Mineralwolle ist der am weitesten verbreitete Dämmstoff. Man unterscheidet zwei Hauptarten:
- Glaswolle:
- Altglas: Besteht zu etwa 70 % bis 80 % aus recyceltem Glas.
- Quarzsand: Der restliche Anteil besteht aus Sand, Soda und Kalkstein.
- Bindemittel: Damit die Fasern zusammenhalten (meist Phenol-Formaldehyd-Harze oder bio-basierte Bindemittel).
- Zusatzstoffe: Geringe Mengen Öl (um Staub zu binden) und wasserabweisende Mittel.
- Steinwolle:
- Gestein: Besteht aus vulkanischem Gestein wie Basalt, Dolomit oder Diabas.
- Recyclingmaterial: Teilweise werden Steinwolle-Abfälle zu Briketts gepresst und wieder eingeschmolzen.
- Bindemittel & Zusatzstoffe: Ähnlich wie bei der Glaswolle, jedoch ist Steinwolle schwerer und hitzebeständiger.
2. Dämmwolle aus nachwachsenden Rohstoffen (Naturwolle)
Diese bestehen aus pflanzlichen oder tierischen Fasern:
- Holzwolle: Hergestellt aus Restholz (meist Fichte oder Kiefer), das zu feinen Fasern verarbeitet wird. Oft mit Zement oder Magnesit gebunden.
- Hanfwolle: Besteht aus den Fasern der Hanfpflanze. Oft werden zur Stabilisierung Polyesterstützfasern oder Maisstärke hinzugefügt.
- Schafwolle: Tatsächliche Wolle von Schafen. Sie wird gereinigt und oft mit Borsalzen gegen Insektenfraß und Schimmel geschützt.
- Baumwollwolle: Meist aus recycelten Textilresten hergestellt.
3. Weitere Varianten
- Schlackenwolle: Ein Nebenprodukt der Metallerzeugung (wird heute kaum noch im Hochbau verwendet).
- Keramikwolle: Besteht aus Aluminium- und Siliziumoxiden (wird vor allem im Hochtemperaturbereich, z. B. Industrieöfen, eingesetzt).
Wichtige Zusatzkomponenten
Egal aus welchem Grundmaterial die Dämmwolle besteht, sie enthält fast immer:
- Bindemittel: Um die lockeren Fasern in eine feste Form (Matten oder Platten) zu bringen.
- Imprägnierung: Damit die Wolle kein Wasser aufsaugt (Hydrophobierung).
- Brandschutzmittel: Besonders bei organischen Stoffen (wie Hanf oder Holz), um die Entflammbarkeit zu senken (oft Borsalze oder Ammoniumphosphate).
Hinweis zur Gesundheit: Moderne Mineralwolle (hergestellt nach 1996 in Deutschland) gilt als gesundheitlich unbedenklich, da die Fasern so beschaffen sind, dass sie vom Körper abgebaut werden können (biolöslich). Bei altem Material aus der Zeit davor sollte man jedoch vorsichtig sein und eine Atemschutzmaske tragen, da die Fasern krebserzeugend sein könnten.