Woran erkennt man eine mechanische Verformung der Ölwanne nach einem Aufsetzer?

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Eine mechanische Verformung der Ölwanne nach einem Aufsetzer kann von harmlosen Kratzern bis hin zum kapitalen Motorschaden führen. Hier sind die wichtigsten Anzeichen, unterteilt in verschiedene Kategorien:

1. Optische Merkmale (Sichtprüfung von unten)

Das ist der sicherste Weg. Wenn das Fahrzeug aufgesetzt hat, sollte man (evtl. mit einer Taschenlampe oder auf einer Hebebühne) die Unterseite kontrollieren:

  • Dellen und Beulen: Sichtbare Verformungen im Metall. Selbst wenn kein Öl austritt, kann eine Delle nach innen gefährlich sein (siehe Punkt 3).
  • Kratz- und Schleifspuren: Frische Kratzer im Lack oder Material der Ölwanne deuten direkt auf die Kontaktstelle hin.
  • Risse: Besonders bei Ölwannen aus Aluminiumguss oder Kunststoff entstehen eher Risse als Dellen. Diese führen meist sofort zu Undichtigkeiten.
  • Verformte Ablassschraube: Wenn die Ablassschraube direkt getroffen wurde, kann sie schief sitzen oder das Gewinde im Gehäuse beschädigt sein.

2. Undichtigkeiten (Ölverlust)

  • Tropfenbildung: Frisches, schwarzes oder bräunliches Öl hängt an der tiefsten Stelle der Wanne.
  • Ölflecken: Wenn das Auto parkt, bilden sich Flecken auf dem Boden.
  • "Schwitzen": Manchmal ist kein direktes Tropfen zu sehen, aber die Ölwanne ist flächig mit einem Ölfilm überzogen, da durch die Verformung die Dichtung zum Motorblock nicht mehr plan aufliegt.

3. Innere Beschädigungen (Gefährlich!)

Eine Ölwanne kann von außen "nur verbeult" aussehen, aber im Inneren ein großes Problem verursachen:

  • Verengung des Ansaugrüssels: In der Ölwanne sitzt der Ansaugrüssel der Ölpumpe. Wenn die Wanne nach oben eingedrückt wird, kann sie den Durchfluss des Öls behindern oder den Rüssel komplett abdrücken.
  • Kontakt zur Kurbelwelle: Bei sehr tiefen Dellen kann die Kurbelwelle gegen das blech der Ölwanne schlagen. Das äußert sich durch ein rhythmisches Klopfen oder Schleifen bei laufendem Motor.

4. Warnsignale im Cockpit

Wenn die Verformung den Ölfluss behindert oder Öl austritt:

  • Öldruck-Warnleuchte (Rot): Das kritischste Zeichen! Wenn diese Lampe leuchtet (meist ein Kännchen-Symbol), muss der Motor sofort abgestellt werden. Es herrscht akuter Ölmangel oder die Pumpe kann nicht mehr ansaugen.
  • Ölstand-Warnmeldung (Gelb): Wenn durch einen Riss Öl verloren geht, sinkt der Pegel.

5. Besonderheit bei verschiedenen Materialien

  • Stahlblech-Ölwannen: Diese verformen sich meist (Dellen). Sie bleiben oft dicht, können aber den Ansaugrüssel blockieren.
  • Aluminium-Ölwannen: Diese verformen sich kaum, sondern reißen oder brechen sofort (Haarrisse).
  • Kunststoff-Ölwannen: Diese können splittern oder reißen.

Was tun nach einem Aufsetzer?

  1. Sofort anhalten und den Bereich unter dem Auto prüfen.
  2. Ölstand kontrollieren.
  3. Auf Geräusche achten.
  4. Im Zweifel nicht weiterfahren: Wenn die Ölwanne stark eingedrückt ist, kann die Schmierung des Motors jederzeit abreißen, auch wenn (noch) kein Öl ausläuft.

Wichtig: Ein Motorschaden durch eine eingedrückte Ölwanne passiert oft schleichend. Der Motor bekommt zwar noch etwas Öl, aber bei hohen Drehzahlen oder in Kurven reicht der Druck nicht mehr aus. Daher sollte jede Verformung in einer Werkstatt geprüft werden.

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