Woran erkennt man die korrekten Aufnahmepunkte für den Wagenheber am Fahrzeugunterboden?

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Das korrekte Ansetzen des Wagenhebers ist entscheidend, um Schäden an der Karosserie zu vermeiden und die Sicherheit zu gewährleisten. Hier sind die wichtigsten Merkmale, an denen du die Aufnahmepunkte erkennst:

1. Die Betriebsanleitung (Der sicherste Weg)

Bevor du suchst, schau ins Bordbuch deines Fahrzeugs. Dort gibt es unter dem Stichwort „Radwechsel“ oder „Wagenheber“ eine Skizze, die genau zeigt, wo die Punkte liegen.

2. Markierungen am Seitenschweller

Die meisten Autos haben äußere Markierungen, die den Bereich der Verstärkung anzeigen. Achte an der Unterkante der Seitenschweller (unter den Türen) auf:

  • Kleine Pfeile (in das Plastik oder Blech geprägt).
  • Einkerbungen oder kleine Dellen.
  • Erhöhte Punkte oder Kreise.

Diese Markierungen befinden sich fast immer etwa 10 bis 20 cm hinter den Vorderrädern bzw. vor den Hinterrädern.

3. Verstärkte Metallfalz (Die klassische Methode)

Bei vielen Fahrzeugen ist der Aufnahmepunkt eine besonders verstärkte Stelle an der senkrechten Metallfalz, die unter dem Auto entlangläuft.

  • Woran man es erkennt: An dieser Stelle ist das Metall oft dicker oder doppelt gelegt.
  • Wichtig: Der originale Wagenheber aus dem Bordwerkzeug hat oft eine Kerbe, die genau auf diese Pfalz passt. Benutzt du einen Rangierwagenheber (aus der Werkstatt), solltest du unbedingt einen Gummiaufsatz verwenden, um die Pfalz nicht zu verbiegen oder den Lack (Rostschutz) zu beschädigen.

4. Spezielle Kunststoffaufnahmen

Besonders bei deutschen Premiummarken (BMW, Mercedes, Audi) findest du oft rechteckige oder runde Kunststoffblöcke unter dem Fahrzeug.

  • Diese ragen etwas aus dem Unterboden hervor.
  • Hier wird der Wagenheber direkt angesetzt. Es ist kein Suchen an der Pfalz nötig.

5. Massive Rahmenteile (bei Geländewagen/LKW)

Fahrzeuge mit einem Leiterrahmen (echte Offroader oder alte Pickups) werden oft direkt am Rahmen angehoben. Hier sind die Punkte meist weniger spezifisch markiert, da der gesamte Stahlrahmen stabil genug ist.


Was du unbedingt vermeiden solltest:

  • Niemals am Bodenblech ansetzen: Das dünne Blech verbiegt sich sofort und der Wagenheber könnte durch den Innenraum brechen.
  • Niemals an beweglichen Teilen: Setze den Heber nie an Achslenkern, Antriebswellen oder der Ölwanne an.
  • Vorsicht bei Plastikverkleidungen: Viele moderne Autos haben verkleidete Unterböden. Setze den Heber nur dort an, wo Aussparungen im Plastik den Blick auf das massive Metall freigeben.

Sicherheitstipps:

  1. Ebener Untergrund: Das Auto muss auf einer flachen, festen Ebene stehen (kein Schotter, kein Gefälle).
  2. Sicherung: Handbremse anziehen und den ersten Gang (oder "P" bei Automatik) einlegen.
  3. Zusatzsicherung: Wenn du unter das Auto kriechst (was man beim Radwechsel eigentlich nicht muss), sind Unterstellböcke absolute Pflicht. Verlasse dich niemals allein auf den Wagenheber!
  4. Gummiaflage: Wenn du einen Werkstatt-Wagenheber nutzt, kauf dir für ein paar Euro eine Gummiauflage, um Kratzer und Rost am Unterboden zu vermeiden.
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