Woran erkennt man, dass eine Prothese trotz Haftcreme nicht mehr richtig passt?

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Wenn eine Prothese trotz der Verwendung von Haftcreme nicht mehr stabil sitzt, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass sich der Kieferknochen oder das Zahnfleisch verändert haben. Haftcreme kann kleine Passungenauigkeiten ausgleichen, aber sie ist kein Ersatz für eine gut sitzende Prothese.

Hier sind die wichtigsten Anzeichen, an denen Sie erkennen, dass Ihre Prothese nicht mehr richtig passt:

1. Mechanische Instabilität

  • Verrutschen beim Sprechen oder Lachen: Wenn die Prothese bei schnellen Mundbewegungen den Halt verliert, reicht die Saugkraft (Adhäsion) nicht mehr aus.
  • Kippeln beim Kauen: Wenn Sie auf einer Seite beißen und sich die andere Seite der Prothese anhebt, passt die Basis nicht mehr exakt zum Kieferkamm.
  • Klappern: Ein hörbares Geräusch beim Sprechen oder Essen deutet auf zu viel Spielraum zwischen Prothese und Zahnfleisch hin.

2. Körperliche Beschwerden und Schmerzen

  • Häufige Druckstellen: Wenn die Last nicht mehr gleichmäßig verteilt wird, entstehen punktuelle Belastungen, die zu schmerzhaften Entzündungen oder kleinen Wunden (Aphthen-ähnlich) führen.
  • Zahnfleischreizungen: Wenn die Prothese minimal „wandert“, reibt sie ständig am Zahnfleisch, was zu Rötungen und Schwellungen führt.
  • Kieferschmerzen oder Kopfschmerzen: Durch den Fehlbiss (die Prothese „sinkt ein“) verändert sich die Kieferstellung. Das kann die Kiefergelenke belasten und Verspannungen verursachen.

3. Veränderungen bei der Benutzung von Haftcreme

  • „Viel hilft viel“-Prinzip: Sie merken, dass Sie immer mehr Haftcreme auftragen müssen, um denselben Halt wie früher zu erreichen.
  • Nachlassen der Wirkung: Die Prothese hält nach dem Auftragen der Creme nur noch kurze Zeit (z. B. nur noch 2-3 Stunden statt des ganzen Tages).
  • Speisereste unter der Prothese: Wenn trotz Haftcreme ständig Krümel oder Kerne unter die Prothesenbasis gelangen, schließt der Rand nicht mehr dicht ab.

4. Optische und funktionale Veränderungen

  • Veränderte Gesichtszüge: Wenn der Kieferknochen stark schrumpft und die Prothese nicht angepasst wird, wirkt die Mundpartie oft „eingefallen“ oder die Lippen werden schmaler.
  • Schwierigkeiten beim Abbeißen: Sie meiden instinktiv feste Lebensmittel (wie Äpfel oder Brot mit Kruste), weil Sie befürchten, dass sich die Prothese löst.

Warum passiert das?

Der Kieferknochen bildet sich im Laufe der Zeit zurück (Atrophie), besonders dort, wo eigene Zähne fehlen. Die Prothese selbst verändert ihre Form jedoch nicht. Dadurch entsteht ein Hohlraum zwischen Kiefer und Prothesenbasis.

Was ist zu tun?

Wenn Sie diese Anzeichen bemerken, sollten Sie Ihren Zahnarzt aufsuchen. Es gibt meist zwei Lösungen:

  1. Unterfütterung: Der Zahnarzt füllt den Hohlraum der Prothese mit neuem Kunststoff auf, sodass sie wieder exakt am Kiefer anliegt.
  2. Neuanfertigung: Wenn die Prothese bereits sehr alt ist oder die Bisssituation sich zu stark verändert hat, kann eine neue Prothese notwendig sein.

Wichtig: Eine schlecht sitzende Prothese kann den Knochenabbau durch den ungleichmäßigen Druck sogar noch beschleunigen. Daher sollte man nicht versuchen, das Problem dauerhaft nur mit Haftcreme zu lösen.