Woran erkennt man, dass eine Grafikkarte aufgrund von Überhitzung ihre Leistung drosselt?

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Dass eine Grafikkarte (GPU) aufgrund von Hitze ihre Leistung reduziert (sogenanntes Thermal Throttling), lässt sich an verschiedenen Symptomen und mithilfe von Software-Tools eindeutig feststellen.

Hier sind die wichtigsten Anzeichen, unterteilt in das, was du beim Spielen bemerkst, und das, was die Sensoren sagen:

1. Spürbare Symptome (beim Gaming/Arbeiten)

  • Plötzliche FPS-Einbrüche: Das Spiel läuft anfangs flüssig, aber nach 10 bis 20 Minuten sinkt die Bildrate (FPS) massiv ab oder es kommt zu harten Rucklern (Stuttering).
  • Leistungskurve sinkt: Die Performance wird schlechter, je länger der PC unter Last steht.
  • Lüftergeräusche: Die Lüfter der Grafikkarte drehen extrem hoch (oft mit 100 % Geschwindigkeit) und sind deutlich lauter als gewöhnlich.
  • Bildfehler (Artefakte): Wenn die Drosselung nicht ausreicht, können kleine Grafikfehler (Blitze, farbige Punkte, Streifen) auftreten.
  • Blackscreens oder Abstürze: Das System schaltet sich komplett aus oder der Grafiktreiber stürzt ab und setzt sich zurück.

2. Technische Indikatoren (Auslesen mit Tools)

Um sicherzugehen, solltest du Tools wie MSI Afterburner, HWiNFO64 oder GPU-Z verwenden. Achte auf folgende Werte:

  • Die Temperatur:
    • Nvidia-Karten drosseln meist ab etwa 83°C bis 85°C.
    • AMD-Karten erlauben oft etwas höhere Temperaturen, drosseln aber spätestens bei Erreichen der Hotspot-Temperatur (oft bei 100°C bis 110°C).
  • Die Taktrate (Core Clock):
    • Beobachte den Takt während des Spielens. Wenn die Temperatur ihr Maximum erreicht und gleichzeitig die Taktrate (MHz) deutlich unter den normalen Boost-Takt oder sogar unter den Basistakt fällt, ist das ein klares Zeichen für Thermal Throttling.
  • "PerfCap Reason" (in GPU-Z):
    • Das Tool GPU-Z zeigt im Reiter "Sensors" den Punkt "PerfCap Reason" (Performance Capping) an. Wenn dort ein blauer Balken erscheint oder das Wort "Thrm" (Thermal) steht, bestätigt die Karte selbst, dass die Temperatur der limitierende Faktor ist.

3. Der "Gehäusetest" (Einfache Gegenprobe)

Wenn du vermutest, dass deine Grafikkarte zu heiß wird, kannst du einen einfachen Test machen:

  1. Öffne das Seitenteil deines PC-Gehäuses.
  2. Lass das Spiel/den Benchmark erneut laufen.
  3. Ergebnis: Wenn die FPS nun stabil bleiben und die Temperaturen niedriger sind, liegt ein Hitzestau im Gehäuse vor (schlechter Airflow). Bleibt das Problem bestehen, liegt es direkt an der Kühlung der Grafikkarte (z. B. eingetrocknete Wärmeleitpaste oder verstaubte Kühllamellen).

Zusammenfassung: Worauf genau achten?

Achte auf das Zusammenspiel: Hohe Temperatur (85°C+) + sinkender Takt = Thermal Throttling.

Was kann man dagegen tun?

  • Grafikkarte und Gehäuse entstauben.
  • Airflow im Gehäuse verbessern (mehr/bessere Gehäuselüfter).
  • Undervolting (Spannung senken bei gleicher Leistung).
  • Bei älteren Karten: Wärmeleitpaste und Wärmeleitpads erneuern.
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