Woher stammt der Begriff "Sixpack" für die menschliche Bauchmuskulatur und gibt es eine direkte Verbindung zum Bier-Sixpack?

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Ja, es gibt eine direkte Verbindung zwischen dem Begriff für die Bauchmuskulatur und dem Getränkepaket. Der Begriff stammt ursprünglich aus den USA und wurde metaphorisch von der Verpackungseinheit für Getränke auf den menschlichen Körper übertragen.

Hier ist die Geschichte hinter dem Begriff:

1. Der Ursprung: Das Bier-Sixpack

Die Bezeichnung „Sixpack“ für eine Verkaufseinheit von sechs Dosen oder Flaschen (meist Bier oder Softdrinks) entstand in den 1940er und 1950er Jahren in den USA. Die Brauerei Pabst Blue Ribbon gilt oft als Pionier, der diese handlichen Karton-Träger einführte. Die Idee war, dass sechs Dosen das ideale Gewicht hatten, das eine Durchschnittsperson (damals zielte das Marketing oft auf Hausfrauen ab) bequem nach Hause tragen konnte.

2. Die Übertragung auf die Muskulatur

Der Begriff für die Bauchmuskeln kam erst deutlich später auf, etwa in den 1980er und 1990er Jahren, als der Fitness-Boom (geprägt durch Ikonen wie Arnold Schwarzenegger oder Sylvester Stallone) seinen Höhepunkt erreichte.

Die Verbindung ist rein optischer Natur:

  • Ein Sixpack Bier besteht aus zwei Reihen zu je drei Dosen/Flaschen, die eng in Plastik oder Pappe eingeschlossen sind.
  • Bei einem gut trainierten Bauchmuskel (Musculus rectus abdominis) sieht man ebenfalls meist drei Paare von Wölbungen, die durch Zwischensehnen (Intersectiones tendineae) unterteilt werden.
  • Die visuelle Ähnlichkeit der zwei Reihen von „Beulen“ führte dazu, dass der Begriff als Slang in der Fitnessszene übernommen wurde und schließlich in den allgemeinen Sprachgebrauch überging.

3. Anatomischer Hintergrund

Anatomisch gesehen ist der „Sixpack“ eigentlich nur ein einziger Muskel (der gerade Bauchmuskel). Dass er wie sechs (oder manchmal acht) einzelne Pakete aussieht, liegt an den horizontal verlaufenden Sehnenstreifen, die den Muskel unterteilen, und der vertikalen Linea alba in der Mitte. Ob man ein „Sixpack“, ein „Fourpack“ oder ein „Eightpack“ hat, ist übrigens genetisch bedingt und hängt davon ab, wie viele dieser Sehnenstreifen man besitzt.

4. Der deutsche Begriff: Waschbrettbauch

Bevor sich der Anglizismus „Sixpack“ in Deutschland durchsetzte (was verstärkt in den späten 90ern geschah), war und ist der Begriff „Waschbrettbauch“ gebräuchlich. Auch hier diente ein Alltagsgegenstand als Metapher: Die geriffelte Oberfläche alter Waschbretter, auf denen früher Kleidung sauber gerieben wurde.

Fazit: Ohne die Erfindung der praktischen Sechser-Pappschachtel für Bierdosen in den USA würden wir heute wahrscheinlich immer noch nur vom „Waschbrettbauch“ oder schlicht von „definierten Bauchmuskeln“ sprechen.