Wofür wird ein Einmessmikrofon bei der Einrichtung des Receivers benötigt?

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Ein Einmessmikrofon ist ein entscheidendes Werkzeug bei der Einrichtung eines modernen AV-Receivers (Heimkino-Verstärker). Es dient dazu, das Lautsprechersystem perfekt auf die individuellen akustischen Gegebenheiten deines Raumes und deine Sitzposition abzustimmen.

Hier sind die vier Hauptgründe, warum man es benötigt:

1. Bestimmung der Entfernung (Laufzeitkorrektur)

Nicht jeder Lautsprecher steht exakt gleich weit von deinem Sofa entfernt. Der Schall von näher stehenden Lautsprechern würde ohne Korrektur früher an deinem Ohr ankommen als der von weiter entfernten.

  • Was das Mikrofon tut: Der Receiver sendet Testtöne aus. Das Mikrofon misst, wie lange der Schall vom Lautsprecher bis zum Sitzplatz braucht.
  • Das Ergebnis: Der Receiver verzögert das Signal der näheren Lautsprecher um Millisekunden, sodass der Schall von allen Boxen gleichzeitig bei dir ankommt. Das ist extrem wichtig für ein räumliches Klangbild.

2. Pegelabgleich (Lautstärke)

Je nach Wirkungsgrad des Lautsprechers und der Entfernung zum Hörer sind manche Boxen lauter oder leiser als andere.

  • Was das Mikrofon tut: Es misst die Lautstärke jedes einzelnen Kanals am Hörplatz.
  • Das Ergebnis: Alle Lautsprecher klingen am Ende gleich laut, sodass kein Kanal (z. B. der Center-Lautsprecher für Stimmen) untergeht oder ein anderer (z. B. die Surround-Box direkt neben dem Ohr) zu dominant ist.

3. Frequenzgang-Korrektur (Raumakustik)

Jeder Raum verändert den Klang. Harte Wände reflektieren den Schall, Teppiche schlucken hohe Töne, und in Ecken kann der Bass unangenehm dröhnen (sogenannte Raummoden).

  • Was das Mikrofon tut: Es analysiert, welche Frequenzen durch den Raum verstärkt oder abgeschwächt werden.
  • Das Ergebnis: Der Receiver nutzt einen Equalizer, um diese Fehler "auszubügeln". Dröhnender Bass wird abgesenkt, verschluckte Höhen werden leicht angehoben. Der Klang wird neutraler und klarer.

4. Erkennung der Lautsprechergröße (Crossover-Frequenz)

Das System erkennt, ob du große Standlautsprecher oder kleine Satellitenboxen verwendest.

  • Was das Mikrofon tut: Es prüft, wie tief ein Lautsprecher spielen kann, bevor der Klang abfällt.
  • Das Ergebnis: Der Receiver legt fest, ab welcher Frequenz der Bass nicht mehr an die kleinen Boxen, sondern an den Subwoofer geleitet wird (Trennfrequenz). Das schützt kleine Boxen vor Überlastung und sorgt für einen saubereren Bass.

Bekannte Systeme

Je nach Hersteller des Receivers heißen diese Einmesssysteme unterschiedlich:

  • Audyssey (bei Denon und Marantz)
  • YPAO (bei Yamaha)
  • AccuEQ (bei Onkyo)
  • MCACC (bei Pioneer)
  • Dirac Live (bei High-End-Geräten wie Arcam oder NAD)

Fazit: Ohne Einmessmikrofon nutzt du nur einen Bruchteil des Potenzials deines Systems. Die automatische Einmessung sorgt dafür, dass die Anlage trotz schwieriger Raumakustik so klingt, wie es sich die Toningenieure im Studio gedacht haben.

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