Wo liegen die Hauptanwendungsgebiete von Gipskartonplatten im Innenausbau?
Gipskartonplatten (oft nach dem Markennamen „Rigips“ genannt) sind das Standardmaterial im modernen Trockenbau. Ihre Hauptanwendungsgebiete im Innenausbau sind äußerst vielfältig, da sie leicht, flexibel und schnell zu verarbeiten sind.
Hier sind die zentralen Einsatzbereiche:
1. Nicht tragende Trennwände
Dies ist das häufigste Einsatzgebiet. Gipskartonplatten werden beidseitig auf ein Metallständerwerk (C- und U-Profile) oder Holzlatten geschraubt.
- Raumteilung: Schnelles Einziehen neuer Wände, um große Räume zu unterteilen (z. B. Kinderzimmer, Büros).
- Installationswände: Im Bad oder in der Küche werden doppelte Beplankungen genutzt, um Wasserleitungen und Spülkästen unsichtbar zu verschwinden zu lassen.
2. Deckenbekleidungen und abgehängte Decken
Gipskartonplatten werden eingesetzt, um die Rohdecke zu verkleiden oder die Raumhöhe zu reduzieren.
- Optik: Erzielung glatter Oberflächen.
- Technik: Verstecken von Kabeln, Lüftungsrohren oder Klimageräten im Deckenhohlraum.
- Beleuchtung: Einfacher Einbau von Spotlights oder indirekter Beleuchtung.
- Akustik: Einsatz spezieller Lochplatten zur Verbesserung des Raumschalls.
3. Dachgeschossausbau
Beim Ausbau von Dachböden sind Gipskartonplatten unverzichtbar.
- Verkleidung der Schrägen: Die Platten werden auf die Sparren oder eine Unterkonstruktion montiert.
- Dämmung: Sie bilden den sauberen Abschluss über der Wärmedämmung und Dampfbremse.
4. Vorsatzschalen (Wandverkleidungen)
Wenn bestehende Massivwände uneben, unansehnlich oder bautechnisch unzureichend sind, werden Vorsatzschalen davor gesetzt.
- Begradigung: Schnelle Herstellung lotrechter Wände ohne Verputzen.
- Zusatzdämmung: Verbesserung des Wärmeschutzes von innen.
- Schallschutz: Entkoppelung der Vorsatzschale zur Lärmminderung gegenüber Nachbarräumen.
5. Trockenputz
Anstatt eine Mauer mühsam zu verputzen, können Gipskartonplatten mit speziellem Ansetzbinder direkt auf das Mauerwerk geklebt werden. Das spart Trocknungszeit im Vergleich zu Nassputz.
6. Spezialanwendungen nach Plattenart
Je nach Anforderung gibt es spezielle Gipskartonplatten für bestimmte Bereiche:
- Feuchträume (Grüne Platten): Imprägnierte Platten für Badezimmer und häusliche Küchen, die gegen Feuchtigkeit resistenter sind.
- Brandschutz (Rote Platten): Platten mit Glasfaserarmierung für erhöhte Feuerwiderstandsklassen (z. B. Verkleidung von Stützen oder Schornsteinen).
- Schallschutz (Blaue oder schwere Platten): Besondere Dichte zur Reduzierung von Lärmübertragung.
- Biegsame Platten: Dünnere Platten für geschwungene Wände oder dekorative Bögen.
7. Bodenbereich (Trockenestrich)
Obwohl hier meist Gipsfaserplatten (z. B. Fermacell) zum Einsatz kommen, gibt es auch spezielle Gipskarton-Verbundelemente für den Boden, um schnell einen ebenen, begehbaren Untergrund zu schaffen.
Zusammenfassung der Vorteile:
- Schnelligkeit: Keine Trocknungszeiten wie bei Stein auf Stein oder Nassputz.
- Flexibilität: Wände können bei Bedarf leicht wieder demontiert werden.
- Oberflächenqualität: Perfekt vorbereitet für Tapeten, Anstriche oder Fliesen.
- Gewicht: Geringe statische Belastung für das Gebäude.