Wie wird Wassereis industriell in seine typische Form gebracht?

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Die industrielle Herstellung von Wassereis in seine typische Form (meist am Stiel oder in einer Schlauchform) erfolgt über hochautomatisierte Prozesse. Je nach Art des Eises gibt es drei Hauptverfahren:

1. Das klassische Gefrieren in Formen (Stieleis)

Dies ist das gängigste Verfahren für klassisches Wassereis am Stiel (wie z. B. „Flutschfinger“ oder einfache Fruchteis-Riegel).

  • Abfüllen: Eine flüssige Eismischung (Wasser, Zucker, Aromen, Farbstoffe) wird in Metallformen gegossen, die meist aus Edelstahl bestehen.
  • Kühlbad (Solebad): Diese Formen wandern durch ein extrem kaltes Bad aus Kältesole (einer Salz-Wasser-Lösung, die bis zu -40 °C kalt sein kann). Da die Sole einen sehr niedrigen Gefrierpunkt hat, entzieht sie der Metallform und damit der Eismischung blitzschnell die Wärme.
  • Einstielen: Wenn das Eis an den Rändern bereits gefroren ist, im Kern aber noch zähflüssig, werden die Holz- oder Kunststoffstiele maschinell von oben hineingesteckt.
  • Ausformen (Das „Auftauen“): Damit das Eis aus der Form flutscht, wird die Form für wenige Sekunden kurz erwärmt (entweder durch warmes Wasser oder Infrarot). Dadurch schmilzt die äußerste Schicht hauchdünn an, und Greifarme können das Eis am Stiel nach oben aus der Form ziehen.

2. Das Extrusionsverfahren (für besondere Formen)

Wenn das Eis eine sehr präzise oder komplexe Form haben soll (z. B. Gesichter oder Mehrschicht-Strukturen), nutzt man die Extrusion.

  • Vorfreezer: Die Eismischung wird in einem sogenannten „Freezer“ auf etwa -5 °C abgekühlt, bis sie eine Konsistenz wie Softeis hat.
  • Pressen durch Düsen: Diese zähe Masse wird durch eine formgebende Düse (ähnlich wie beim Spritzgebäck) gepresst. Die Form der Düse bestimmt den Querschnitt des Eises.
  • Schneiden: Ein beheizter Draht schneidet die „Wurst“ in Scheiben (die spätere Dicke des Eises).
  • Härten: Die Stiele werden seitlich eingeschossen, und das Eis fährt auf einem Förderband durch einen Kältetunnel mit tiefkalter Luft (-40 °C), um komplett durchzufrieren.

3. Abfüllung in Schläuche oder Tuben (Quetscheis)

Bei Produkten wie „Bussy-Bär“ oder Wassereis in Plastikschläuchen ist der Prozess simpler:

  • Direktabfüllung: Die flüssige Mischung wird direkt in eine endlose Kunststofffolie gefüllt.
  • Versiegeln: Die Maschine schweißt die Folie in regelmäßigen Abständen zusammen und trennt sie (VFFS-Verfahren: Vertical Form Fill Seal).
  • Gefrieren in der Packung: Hier dient die Verpackung gleichzeitig als Form. Die flüssig gefüllten Schläuche werden erst nach dem Verpacken in großen Kartons oder auf Paletten in Schockfrosträumen tiefgefroren.

4. Besonderheit: Raketeneis (Mehrfarbigkeit)

Um die typischen Schichten (z. B. oben rot, Mitte orange, unten grün) zu erhalten, nutzt man das „Fill-and-Suck“-Verfahren:

  1. Die Form wird mit der ersten Farbe (z. B. Rot) gefüllt.
  2. Nach kurzer Zeit ist nur der äußere Rand gefroren. Der noch flüssige Kern wird wieder abgesaugt.
  3. In den entstandenen Hohlraum wird die zweite Farbe gefüllt.
  4. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis das Eis komplett gefüllt ist.

Zusammenfassend: Die Form wird entweder durch eine vorgefertigte Metallform im Kältebad, eine Düse beim Pressen oder direkt durch die Umverpackung bestimmt.