Wie wechselt man einen Bohraufsatz sicher und korrekt?
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Das Wechseln eines Bohraufsatzes (Bohrer) ist eine grundlegende Aufgabe, die jedoch aus Sicherheitsgründen sorgfältig durchgeführt werden muss. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, unterteilt nach den gängigsten Bohrfutter-Typen.
1. Vorbereitung & Sicherheit (Wichtig!)
- Stromquelle trennen: Ziehen Sie bei kabelgebundenen Bohrmaschinen den Netzstecker. Entfernen Sie bei Akku-Geräten den Akku. Dies verhindert, dass die Maschine versehentlich anläuft, während Ihre Finger am Bohrfutter sind.
- Abkühlen lassen: Wenn Sie gerade erst gebohrt haben, kann der Bohrer sehr heiß sein. Tragen Sie ggf. Handschuhe oder warten Sie kurz.
2. Den alten Bohrer entfernen
Es gibt zwei Hauptarten von Bohrfuttern:
A. Schnellspannfutter (am häufigsten bei modernen Geräten)
Dies lässt sich ohne Werkzeug von Hand öffnen.
- Halten Sie die Bohrmaschine mit einer Hand fest.
- Drehen Sie den vorderen Ring des Bohrfutters mit der anderen Hand gegen den Uhrzeigersinn (nach links).
- Tipp: Wenn das Futter sehr fest sitzt, halten Sie den Ring fest und drücken Sie ganz kurz und vorsichtig den Linkslauf-Schalter (nur bei eingesetztem Akku/Stecker – Vorsicht!).
- Sobald sich die Spannbacken öffnen, können Sie den Bohrer herausziehen.
B. Zahnkranzfutter (meist bei älteren oder sehr starken Maschinen)
Hierfür benötigen Sie einen Bohrfutterschlüssel.
- Setzen Sie den Schlüssel in eine der seitlichen Bohrungen am Zahnkranz ein.
- Drehen Sie den Schlüssel gegen den Uhrzeigersinn, bis sich die Spannbacken weit genug geöffnet haben.
- Nehmen Sie den Bohrer heraus.
3. Den neuen Bohrer einsetzen
- Wahl des Bohrers: Prüfen Sie, ob der Bohrer für das Material (Holz, Metall, Stein) geeignet ist.
- Einsetzen: Schieben Sie den Schaft des Bohrers so tief wie möglich in die Öffnung zwischen den drei Spannbacken.
- Zentrieren: Achten Sie darauf, dass der Bohrer mittig sitzt. Wenn er schief zwischen den Backen klemmt, wird er "eiern" und kann abbrechen oder das Werkstück beschädigen.
4. Festspannen
Beim Schnellspannfutter:
- Drehen Sie den Ring im Uhrzeigersinn (nach rechts) fest zu.
- Bei vielen modernen Akkuschraubern hören Sie ein deutliches "Knacken" oder Rasten – drehen Sie so weit, bis der Widerstand fest ist.
Beim Zahnkranzfutter:
- Drehen Sie das Futter erst von Hand zu, bis der Bohrer fest sitzt.
- Setzen Sie den Bohrfutterschlüssel nacheinander in alle drei Löcher ein und ziehen Sie jedes Mal fest. Nur so wird die Kraft gleichmäßig auf alle drei Spannbacken verteilt und der Bohrer rutscht später nicht durch.
5. Funktionsprüfung
- Stecken Sie den Akku wieder ein oder schließen Sie das Gerät an den Strom an.
- Lassen Sie die Maschine kurz im Leerlauf drehen und schauen Sie von vorne auf den Bohrer. Er sollte gerade laufen und nicht schwingen oder "eiern".
- Prüfen Sie, ob die Drehrichtung stimmt (für normales Bohren immer Rechtslauf).
Sonderfall: SDS-Plus (Bohrhämmer)
Wenn Sie einen Bohrhammer für Beton nutzen, haben Sie oft ein SDS-System:
- Entfernen: Ziehen Sie die Verriegelungshülse am Bohrfutter nach hinten und ziehen Sie den Bohrer heraus.
- Einsetzen: Fetten Sie den Schaft des Bohrers leicht ein (optional, aber gut für die Maschine). Stecken Sie den Bohrer ein und drehen Sie ihn leicht, bis er einrastet. Er muss nicht festgeschraubt werden, er klickt von selbst ein.
- Test: Ziehen Sie kurz am Bohrer, um zu sehen, ob er fest verriegelt ist (er hat bei SDS immer ein paar Millimeter Spiel nach vorne und hinten, das ist normal).