Wie viele Tropfen passen pro Anwendung maximal in das Auge?
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In das Auge passt pro Anwendung maximal ein einziger Tropfen.
Hier ist die medizinische und physikalische Begründung dafür:
- Das Fassungsvermögen des Auges: Der sogenannte Bindehautsack (der Raum zwischen Augapfel und Unterlid) kann im Ruhezustand nur etwa 7 bis 10 Mikroliter (µl) Flüssigkeit aufnehmen. Wenn man das Lid vorsichtig nach unten zieht, erhöht sich die Kapazität kurzzeitig auf maximal 25 bis 30 µl.
- Die Größe eines Tropfens: Ein handelsüblicher Tropfen aus einer Augentropfenflasche ist jedoch deutlich größer. Er hat ein Volumen von etwa 40 bis 50 µl.
Was passiert, wenn man mehr als einen Tropfen nimmt?
Da das Auge bereits mit einem Tropfen überfordert ist, führt jeder weitere Tropfen zu folgenden Effekten:
- Überlaufen: Die überschüssige Flüssigkeit läuft sofort über den Lidrand auf die Wange ab.
- Abtransport durch den Tränenkanal: Ein großer Teil der Flüssigkeit wird über die Tränenwege in die Nasenhöhle abgeleitet. Dort kann der Wirkstoff über die Schleimhäute in den Blutkreislauf gelangen, was unerwünschte Nebenwirkungen im restlichen Körper wahrscheinlicher macht.
- Verwaschungseffekt: Wenn Sie zwei verschiedene Medikamente direkt hintereinander eintropfen, spült der zweite Tropfen den ersten einfach wieder aus dem Auge heraus, bevor dieser wirken kann.
Wichtige Tipps für die Anwendung:
- Ein Tropfen genügt: Mehr ist in diesem Fall nicht hilfreicher, sondern nur Verschwendung.
- Abstand bei mehreren Medikamenten: Wenn Sie zwei verschiedene Arten von Augentropfen verwenden müssen, warten Sie mindestens 5 bis 10 Minuten zwischen den Anwendungen. So hat der erste Wirkstoff Zeit, einzuziehen.
- Tränenkanal zudrücken: Drücken Sie nach dem Eintropfen für ca. eine Minute mit dem Finger sanft auf den inneren Augenwinkel (neben der Nase). Das verhindert, dass der Wirkstoff zu schnell abfließt und erhöht die lokale Wirksamkeit am Auge.
- Lid schließen: Schließen Sie das Auge nach dem Tropfen sanft (nicht zusammenkneifen!), damit sich die Flüssigkeit gleichmäßig verteilt.
Fazit: Wenn Sie beim Eintropfen das Gefühl haben, dass der Tropfen im Auge gelandet ist, ist die maximale Kapazität bereits erreicht. Ein zweiter Tropfen bringt keinen therapeutischen Zusatznutzen.