Wie viele Einweg-Kaffeebecher werden in Deutschland jährlich durchschnittlich verbraucht und weggeworfen?
In Deutschland werden jährlich rund 2,8 Milliarden Einweg-Kaffeebecher verbraucht und weggeworfen.
Diese Zahl basiert auf Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Um die Dimensionen zu verdeutlichen, lässt sich dieser Wert wie folgt herunterbrechen:
- Pro Stunde: Rund 320.000 Becher.
- Pro Minute: Etwa 5.300 Becher.
- Pro Person: Durchschnittlich ca. 34 Becher pro Jahr.
Die Auswirkungen auf die Umwelt
Der massive Verbrauch dieser Becher bringt erhebliche ökologische Probleme mit sich:
- Abfallberge: Jährlich entstehen so rund 40.000 Tonnen Müll. Da die Becher oft im öffentlichen Raum (in Mülleimern in Parks oder auf der Straße) entsorgt werden, belasten sie die Stadtreinigung und landen häufig in der Verbrennung statt im Recycling.
- Ressourcenverbrauch: Für die Herstellung der 2,8 Milliarden Becher werden pro Jahr etwa:
- 43.000 Bäume gefällt.
- 1,5 Milliarden Liter Wasser verbraucht.
- Enorme Mengen an Energie benötigt, was zu einem Ausstoß von rund 111.000 Tonnen CO2 führt.
- Recycling-Problem: Da Einwegbecher meist aus Pappe bestehen, die innen mit Kunststoff (Polyethylen) beschichtet ist, lassen sie sich nur schwer recyceln. Die Trennung von Papier und Kunststoff ist aufwendig und für viele Recyclinganlagen nicht rentabel. Zudem bestehen die Deckel meist aus reinem Kunststoff (Polystyrol).
Aktuelle gesetzliche Lage (Mehrwegpflicht)
Seit dem 1. Januar 2023 gibt es in Deutschland eine Mehrwegangebotspflicht. Gastronomen, Cafés und Lieferdienste, die Essen und Getränke zum Mitnehmen verkaufen, sind verpflichtet, ihren Kunden neben Einwegverpackungen auch eine Mehrwegalternative anzubieten.
Ausnahmen: Kleine Betriebe (bis 5 Mitarbeiter und weniger als 80 qm Verkaufsfläche) müssen keine eigenen Mehrwegbehälter vorhalten, müssen aber mitgebrachte Gefäße der Kunden befüllen.
Fazit: Trotz der neuen Gesetzgebung bleibt die Zahl der Einwegbecher hoch, da viele Verbraucher aus Gewohnheit oder Bequemlichkeit weiterhin zur Einwegvariante greifen. Umweltschutzorganisationen fordern daher oft eine zusätzliche Abgabe auf Einwegbecher (ähnlich wie in Tübingen), um den Umstieg auf Mehrweg attraktiver zu machen.