Wie viel Wasserdruck (in bar) kann ein handelsüblicher Duschschlauch aushalten, bevor er platzt?
Ein handelsüblicher Duschschlauch ist für weitaus mehr Druck ausgelegt, als in einer normalen Hausleitung (üblicherweise 3 bis 6 bar) herrscht. Dennoch gibt es große Unterschiede zwischen dem zulässigen Betriebsdruck und dem tatsächlichen Berstdruck.
Hier sind die Details:
1. Die Normvorgaben (DIN EN 1113)
In Europa müssen Duschschläuche der Norm DIN EN 1113 entsprechen. Diese schreibt vor:
- Prüfdruck: Der Schlauch muss einem Druck von 10 bar bei einer Wassertemperatur von 70 °C für eine gewisse Zeit standhalten, ohne undicht zu werden.
- Dauerbetrieb: Die meisten Hersteller geben ihren Schläuchen eine Freigabe für einen dauerhaften Betriebsdruck von bis zu 5 bar.
2. Tatsächlicher Berstdruck (Wann er wirklich platzt)
Die tatsächliche Grenze, an der ein Schlauch reißt oder platzt, liegt deutlich höher als die Normvorgabe, um Sicherheitsreserven zu bieten:
- Hochwertige Metall-Duschschläuche: Diese bestehen meist aus einem Innenschlauch (EPDM oder Kunststoff) und einer Metallummantelung. Sie halten oft Drücken von 20 bis 50 bar stand (bei kaltem Wasser).
- Einfache Kunststoffschläuche: Preiswerte Modelle ohne Verstärkung können bereits bei 10 bis 15 bar platzen, besonders wenn das Material durch Alterung spröde geworden ist.
3. Entscheidender Faktor: Die Temperatur
Die Druckfestigkeit eines Duschschlauchs sinkt massiv, wenn das Wasser heiß ist:
- Bei 20 °C (Kaltwasser) kann ein Schlauch beispielsweise 40 bar aushalten.
- Bei 70 °C (Heißwasser) kann derselbe Schlauch schon bei 10 bis 15 bar nachgeben, da der Kunststoff des Innenschlauchs weich wird.
4. Warum platzen Schläuche trotzdem im Alltag?
Obwohl 10 bar selten in Hausleitungen erreicht werden, platzen Schläuche dennoch. Das hat meist folgende Gründe:
- Materialermüdung: Häufiges Knicken und Verdrehen schwächt das Gewebe oder den Innenschlauch.
- Druckschläge: Schnelles Schließen von Einhebelmischern kann kurzzeitige Druckspitzen (Wasserschläge) erzeugen, die weit über dem normalen Leitungsdruck liegen.
- Verkalkung der Handbrause: Wenn die Düsen verstopft sind, baut sich im Schlauch ein höherer statischer Druck auf, sobald das Wasser aufgedreht wird.
- Absperren hinter dem Schlauch: Ein Duschschlauch ist nicht dafür ausgelegt, unter permanentem Leitungsdruck zu stehen (z. B. wenn man eine Brause mit Stopp-Taste verwendet und den Hauptwasserhahn offen lässt).
Zusammenfassung
Ein neuer, qualitativ hochwertiger Duschschlauch platzt bei Zimmertemperatur meist erst bei über 30 bar. Im normalen Gebrauch und bei heißem Wasser liegt die kritische Grenze jedoch deutlich niedriger, weshalb die Hersteller die sichere Nutzung meist nur bis 5 oder 10 bar garantieren.