Wie vermeidet man Zahnfleischverletzungen durch zu festes Aufdrücken einer manuellen Zahnbürste?

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Zahnfleischverletzungen und freiliegende Zahnhälse durch zu festes Putzen (sogenannte „Putztraumata“) sind ein häufiges Problem. Da Plaque (Zahnbelag) eine weiche Konsistenz hat, ist hoher Druck gar nicht nötig, um die Zähne sauber zu bekommen.

Hier sind die effektivsten Strategien, um den Druck zu reduzieren:

1. Der „Schreibgriff“ (Der wichtigste Trick)

Die meisten Menschen halten die Zahnbürste im Faustgriff. Dabei wird die Kraft des ganzen Arms auf das Zahnfleisch übertragen.

  • Die Lösung: Halten Sie die Zahnbürste wie einen Schreibstift (nur zwischen Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger).
  • Effekt: Mit diesem Griff ist es physikalisch fast unmöglich, zu viel Druck auszuüben, da die Finger nachgeben, bevor das Zahnfleisch verletzt wird.

2. Die Wahl der richtigen Bürste

  • Weiche Borsten: Wechseln Sie von „medium“ auf „weich“ oder „extra weich“. Moderne weiche Zahnbürsten (oft mit sehr vielen, feinen Filamenten) reinigen bei richtiger Technik genauso gut, verzeihen aber zu hohen Druck deutlich besser.
  • Indikator-Borsten: Wenn die Borsten Ihrer Zahnbürste bereits nach wenigen Wochen nach außen gebogen sind („ausgefranst“ wirken), ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass Sie zu fest aufdrücken. Eine Zahnbürste sollte nach 2–3 Monaten noch fast wie neu aussehen.

3. Die richtige Technik (Bass-Methode)

Vermeiden Sie horizontales „Schrubben“. Das ist nicht nur ineffektiv, sondern schädigt das Zahnfleisch am stärksten.

  • 45-Grad-Winkel: Setzen Sie die Borsten schräg am Zahnfleischrand an.
  • Rütteln, nicht Scheuern: Führen Sie kleine, sanfte Rüttelbewegungen auf der Stelle aus, um den Belag zu lösen, und wischen Sie ihn dann zur Zahnkrone hin aus („von Rot nach Weiß“).

4. Der „Tomaten-Test“ (Bewusstsein schaffen)

Um ein Gefühl für den richtigen Druck zu bekommen, können Sie diesen Test machen:

  • Versuchen Sie, eine sehr reife Tomate mit der Zahnbürste zu putzen. Die Schale darf dabei nicht verletzt werden. Das ist in etwa der Druck, den auch Ihr Zahnfleisch verträgt (ca. 150 bis 200 Gramm).

5. Den Fokus verlagern

  • Denken Sie beim Putzen eher an eine Massage des Zahnfleisches als an das Schrubben einer harten Oberfläche. Das Ziel ist es, den weichen Biofilm zu stören, nicht den Zahn „abzuschleifen“.

6. Alternative: Elektrische Zahnbürste mit Andruckkontrolle

Falls Sie Schwierigkeiten haben, Ihre Gewohnheiten bei einer manuellen Bürste zu ändern, kann der Umstieg auf eine elektrische Zahnbürste (oszillierend-rotierend oder Schall) sinnvoll sein:

  • Viele Modelle haben eine optische Andruckkontrolle (ein rotes Licht leuchtet auf, wenn man zu fest drückt) oder stoppen die Pulsation bei zu viel Druck. Das ist ein hervorragendes Trainingstool.

Woran merken Sie, dass Sie bereits zu fest putzen?

  • Das Zahnfleisch geht zurück (Zähne wirken „länger“).
  • Die Zahnhälse werden empfindlich (Schmerz bei Kälte/Säure).
  • Es bilden sich kleine Kerben im Zahnschmelz direkt am Zahnfleischrand.

Tipp: Fragen Sie bei Ihrem nächsten Zahnarztbesuch nach einer kurzen Demonstration der richtigen Putztechnik. Oft bieten auch Prophylaxe-Assistentinnen (PZR-Fachkräfte) ein gezieltes Training an.