Wie verhindert man schmerzhafte Einschnitte ins Zahnfleisch durch die Zahnseide?

Melden

Schmerzhafte Einschnitte ins Zahnfleisch (oft „Flossing-Cuts“ genannt) entstehen meist durch eine falsche Technik oder das falsche Material. Wenn die Zahnseide mit zu viel Druck durch den engen Kontaktpunkt der Zähne „schnalzt“, trifft sie mit voller Wucht auf das empfindliche Zahnfleisch.

Hier sind die besten Strategien, um das zu verhindern:

1. Die richtige Technik: Sägen statt Schnalzen

Der wichtigste Fehler ist, die Zahnseide mit Gewalt von oben nach unten zu drücken.

  • Die Sägebewegung: Führen Sie die Zahnseide mit einer sanften Vor-und-Zurück-Bewegung (wie eine kleine Säge) durch den engen Kontaktpunkt zwischen den Zähnen. So kontrollieren Sie den Widerstand und die Seide gleitet langsam hinein, anstatt plötzlich durchzubrechen.
  • Die C-Form: Sobald Sie den Kontaktpunkt überwunden haben, legen Sie die Zahnseide wie ein „C“ um den Zahn herum. Schmiegen Sie die Seide eng an die Zahnwand an. So reinigen Sie die Fläche des Zahns und nicht die Spitze der Zahnfleischpapyre.

2. Das richtige Material wählen

Nicht jede Zahnseide ist für jedes Gebiss geeignet.

  • Zahntape (Dental Tape): Wenn Sie sehr enge Zahnzwischenräume haben, ist breites, flaches Zahntape oft besser als dünne, fadenartige Zahnseide. Das Tape verteilt den Druck auf eine größere Fläche und schneidet weniger leicht ein.
  • Gewachste Zahnseide oder PTFE-Beschichtung: Gewachste Seide oder solche mit Teflon-Beschichtung (PTFE) gleitet wesentlich leichter durch enge Stellen als ungewachste Seide.
  • Flosser (Zahnseidenhalter): Viele Menschen haben mit Kunststoffhaltern mehr Kontrolle über die Spannung der Seide als mit den Fingern.

3. Die „Anker“-Technik

  • Wickeln Sie die Zahnseide um Ihre Mittelfinger und nutzen Sie Daumen und Zeigefinger, um nur ein ganz kurzes Stück (ca. 1–2 cm) der Seide straff zu spannen.
  • Je kürzer das Stück Seide zwischen Ihren Fingern ist, desto mehr Kontrolle haben Sie und desto geringer ist die Gefahr, dass Sie abrutschen und ins Zahnfleisch einschneiden.

4. Alternativen prüfen (Oft sanfter)

Wenn Sie trotz guter Technik immer wieder Probleme haben, sind Alternativen oft effektiver und schonender:

  • Interdentalbürsten: Für viele Menschen (besonders bei größeren Zwischenräumen) sind diese Bürstchen die erste Wahl. Sie reinigen gründlicher als Zahnseide und bergen kein Risiko für Schnitte.
  • Munddusche: Eine elektrische Munddusche reinigt mit einem Wasserstrahl. Hier gibt es gar kein mechanisches Risiko für Schnittverletzungen.

5. Wann zum Zahnarzt?

Wenn Ihr Zahnfleisch bereits bei leichtester Berührung blutet oder sehr empfindlich reagiert, könnte eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) vorliegen. In diesem Fall ist das Gewebe geschwollen und verletzlicher. Eine professionelle Zahnreinigung und eine Kontrolle durch den Zahnarzt helfen, die Entzündung zu stoppen, sodass das Flossing bald wieder schmerzfrei möglich ist.

Kurztipp für heute: Versuchen Sie es beim nächsten Mal ganz bewusst mit der Sägebewegung, um den Widerstand zu überwinden, anstatt zu drücken. Das allein löst meist 90 % des Problems.

0