Wie verhindert man, dass eine Vliestapete beim Trocknen schrumpft und Lücken entstehen?

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Vliestapeten haben den großen Vorteil, dass sie dimensionsstabil sind. Das heißt, sie dehnen sich bei Nässe nicht aus und ziehen sich beim Trocknen eigentlich auch nicht zusammen – ganz im Gegensatz zu herkömmlichen Papiertapeten.

Wenn dennoch Lücken an den Stößen entstehen, liegt das meist an der Verarbeitung oder den Umgebungsbedingungen.

Hier sind die wichtigsten Tipps, um das Schrumpfen und Lückenbildung zu verhindern:

1. Den Untergrund richtig vorbereiten (Grundierung)

Dies ist der häufigste Fehler. Wenn die Wand zu stark saugt (z. B. unbehandelter Gipskarton oder Putz), entzieht sie dem Kleister zu schnell die Feuchtigkeit. Der Kleister trocknet aus, bevor er eine feste Verbindung mit der Tapete eingehen kann. Die Tapete verliert den Halt und „rutscht“ beim minimalen Trocknungsprozess weg.

  • Lösung: Grundieren Sie die Wand mit Tiefgrund. Bei hellen Tapeten empfiehlt sich ein pigmentierter Tapetengrund, damit der Untergrund farblich gleichmäßig ist.

2. Den richtigen Kleister verwenden

Vliestapeten benötigen speziellen Vlies-Kleister (meist mit „Vlies“ auf der Packung gekennzeichnet). Dieser hat eine höhere Anfangshaftung.

  • Tipp: Tragen Sie den Kleister mit einer Rolle etwas über die Bahnbreite hinaus direkt auf die Wand auf (Wandklebetechnik). Sparen Sie nicht am Kleister, aber vermeiden Sie Klumpen.

3. Zugluft und Hitze vermeiden (Das Wichtigste beim Trocknen)

Das ist die goldene Regel beim Tapezieren: Tapeten müssen langsam trocknen.

  • Wenn es im Raum zu warm ist oder es zieht (Durchzug), trocknet der Kleister zu schnell. Dadurch entstehen Spannungen, die die Nahtstellen auseinanderziehen.
  • Lösung: Fenster und Türen geschlossen halten. Die Heizung nur auf kleiner Stufe laufen lassen (Zimmertemperatur ca. 18–20 Grad). Erst nach 24–48 Stunden stoßlüften.

4. Nicht auf „Zug“ kleben

Vliestapeten sind zwar stabil, aber man kann sie beim Anbringen mit dem Spachtel oder der Bürste leicht in die Breite dehnen, wenn man zu viel Kraft ausübt. Sobald der Kleister trocknet, will die Tapete in ihre Ursprungsform zurück und zieht sich zusammen.

  • Lösung: Legen Sie die Tapete locker an den Stoß der vorherigen Bahn an. Schieben Sie sie vorsichtig mit der Hand oder einer Moosgummirolle fest. Vermeiden Sie es, die Tapete mit Gewalt zur Seite zu drücken oder zu ziehen.

5. Die Kanten besonders beachten

Oft trocknen die Ränder der Bahnen zuerst aus, weil dort weniger Kleister gelandet ist oder die Luft besser hinkommt.

  • Tipp: Nutzen Sie für die Nahtstellen einen speziellen Nahtroller (aus Kunststoff oder Gummi). Drücken Sie damit die Kanten vorsichtig fest. Aber Vorsicht: Bei geprägten Tapeten nicht zu fest drücken, sonst plättet man das Muster.

6. Den Untergrund farblich anpassen (Profi-Trick)

Falls Sie eine sehr dunkle Tapete auf einer weißen Wand kleben, fällt selbst eine winzige Lücke sofort auf.

  • Trick: Streichen Sie die Wand dort, wo die Stöße verlaufen werden, vorher in der Farbe der Tapete (oder nutzen Sie einen passenden Filzstift für die Kanten der Tapetenrolle). Falls sich doch eine minimale Lücke bildet, ist sie unsichtbar.

Zusammenfassung:

  • Wand mit Tiefgrund vorbehandeln.
  • Speziellen Vlieskleister verwenden.
  • Nicht ziehen oder dehnen (spannungslos kleben).
  • Keine Zugluft und keine übermäßige Hitze während der ersten 24 Stunden.
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