Wie verhindert das Design der Garnitur die Ansammlung von Standwasser?

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Das Design moderner Sanitärarmaturen (Garnituren) zielt darauf ab, die Ansammlung von Standwasser sowohl im Inneren (aus Hygienegründen, z. B. Legionellenprävention) als auch auf der Außenseite (um Kalkflecken und Schimmel zu vermeiden) zu verhindern.

Hier sind die wichtigsten konstruktiven Maßnahmen:

1. Vermeidung von Toträumen (Interne Konstruktion)

Der wichtigste Faktor im Inneren der Armatur ist die Totraumfreiheit. Toträume sind Bereiche, in denen Wasser steht, auch wenn die Armatur benutzt wird.

  • Strömungsoptimierung: Die inneren Wasserwege sind so glatt und geradlinig wie möglich gestaltet. Es gibt keine Nischen oder unnötigen Ausbuchtungen, in denen Wasser „gefangen“ bleibt.
  • Geringes Innenvolumen: Je weniger Wasser sich in der Armatur befindet, desto schneller wird es bei Benutzung komplett ausgetauscht.
  • Position der Kartusche: Die Mischkartusche wird so platziert, dass der Weg vom Mischer zum Auslauf kurz ist und das Wasser vollständig abfließen oder verdrängt werden kann.

2. Geometrie und Neigung (Externe Konstruktion)

Damit Wasser auf der Außenseite der Armatur (z. B. auf dem Auslauf oder dem Sockel) nicht stehen bleibt und Kalkränder bildet:

  • Geneigte Flächen: Viele Armaturen haben leicht schräge Oberflächen (Gefälle). Wasser läuft so durch die Schwerkraft automatisch ab, anstatt Pfützen zu bilden.
  • Abgerundete Kanten: Statt harter 90-Grad-Winkel werden oft Radien verwendet. Wasser kann über diese Rundungen besser abfließen („Abperleffekt“).

3. Design des Auslaufs

  • Selbstentleerende Ausläufe: Der Auslauf ist oft so konstruiert, dass er nach dem Schließen der Armatur leerläuft. Dies wird durch einen bestimmten Neigungswinkel des Rohrs erreicht.
  • Luftsprudler (Perlatoren): Diese sorgen für einen gerichteten Strahl. Hochwertige Perlatoren sind so geformt, dass nach dem Abstellen kein Resttropfen am Sieb hängen bleibt, der zurück in das Rohr kriechen oder dort stehen bleiben könnte.

4. Materialbeschaffenheit

  • Glatte Oberflächen: Hochwertig verchromte oder spezialbeschichtete Oberflächen (z. B. PVD-Beschichtungen) sind extrem glatt. Die Oberflächenspannung des Wassers wird genutzt, damit Tropfen einfach abrollen (Lotuseffekt).
  • Keimresistente Materialien: Im Inneren werden Materialien (wie spezielle Kunststoffe oder entzinkungsbeständiges Messing) verwendet, die das Anhaften von Biofilmen erschweren, selbst wenn Wasser kurzzeitig steht.

5. Elektronische Hygienefunktionen (bei Sensor-Armaturen)

Im öffentlichen oder medizinischen Bereich verhindert das Design stehendes Wasser durch Technik:

  • Stagnationsspülung: Die Armatur ist so programmiert, dass sie automatisch in festen Intervallen (z. B. alle 24 Stunden) spült, wenn sie nicht benutzt wurde. Dies verhindert die Keimbildung im Standwasser.

Zusammenfassung

Das Design verhindert Standwasser durch eine Kombination aus Hydrodynamik (glatte Wege innen), Schwerkraft (geneigte Flächen außen) und Materialwissenschaft (glatte Oberflächen). Ziel ist es, dass das Wasser immer in Bewegung bleibt oder restlos abfließt.