Wie unterscheidet sich Shampoo chemisch von herkömmlicher Seife?

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Obwohl sowohl Shampoo als auch herkömmliche Seife dazu dienen, Schmutz und Fett zu entfernen, unterscheiden sie sich chemisch grundlegend in ihrer Zusammensetzung, ihrem pH-Wert und ihrer Reaktion mit Wasser.

Hier sind die wichtigsten chemischen Unterschiede:

1. Die chemische Basis (Tenside)

Beide Produkte enthalten Tenside (waschaktive Substanzen), aber die Art der Tenside ist unterschiedlich:

  • Herkömmliche Seife: Sie ist ein Naturprodukt, das durch die Verseifung von Fetten oder Ölen (Triglyceriden) mit einer Lauge (Natronlauge für feste Seife, Kalilauge für Schmierseife) entsteht. Chemisch gesehen handelt es sich um Alkali-Salze von Fettsäuren. Die funktionelle Gruppe ist die Carboxylat-Gruppe (–COO⁻).
  • Shampoo: Shampoos bestehen meist aus synthetischen Tensiden (oft „Syndets“ genannt, kurz für Synthetic Detergents). Die häufigsten sind Sulfate, wie zum Beispiel Sodium Laureth Sulfate. Diese werden im Labor so designt, dass sie spezifische Eigenschaften haben (z. B. starke Schaumbildung, sanfte Reinigung).

2. Der pH-Wert

Dies ist der wichtigste Unterschied für die Anwendung auf dem Haar:

  • Herkömmliche Seife: Sie ist von Natur aus alkalisch (basisch) mit einem pH-Wert zwischen 9 und 10.
    • Auswirkung auf das Haar: Die alkalische Umgebung lässt die Schuppenschicht des Haares (Cuticula) aufquellen und abstehen. Dadurch wird das Haar rau, glanzlos und lässt sich schwer kämmen.
  • Shampoo: Shampoos sind meist leicht sauer eingestellt (pH-Wert etwa 4,5 bis 5,5), was dem natürlichen pH-Wert der Kopfhaut und des Haares entspricht.
    • Auswirkung auf das Haar: Der saure pH-Wert sorgt dafür, dass die Schuppenschicht flach anliegt. Das Haar bleibt glatt, glänzend und geschützt.

3. Verhalten in hartem Wasser (Kalkseife)

Ein entscheidender chemischer Nachteil der Seife im Haar ist die Reaktion mit Mineralien:

  • Herkömmliche Seife: In Verbindung mit kalkhaltigem (hartem) Wasser reagieren die Fettsäure-Ionen der Seife mit den Calcium- und Magnesium-Ionen im Wasser. Es entsteht unlösliche Kalkseife. Diese legt sich als grauer, klebriger Schleier auf das Haar, macht es schwer und stumpf. (Deshalb benötigt man nach einer Haarwäsche mit Seife oft eine "saure Rinse", z. B. mit Essigwasser).
  • Shampoo: Synthetische Tenside in Shampoos sind so konzipiert, dass sie nicht mit Kalk reagieren. Sie lassen sich auch in hartem Wasser rückstandslos ausspülen.

4. Additive und Rückfettung

  • Seife: Enthält oft überschüssige Fette (Überfettung), um die Haut zu pflegen. Diese Fette können feines Haar jedoch sehr beschweren.
  • Shampoo: Enthält eine komplexe Mischung aus Hilfsstoffen wie:
    • Kationische Polymere/Silikone: Diese lagern sich am Haar an, um elektrostatische Aufladung zu verhindern und die Kämmbarkeit zu verbessern.
    • Konditionierungsmittel: Um die entfettende Wirkung der Tenside auszugleichen.
    • Verdickungsmittel & Konservierungsstoffe: Um die typische flüssige Textur und Haltbarkeit zu gewährleisten.

Zusammenfassung

Merkmal Herkömmliche Seife Modernes Shampoo
Chemische Gruppe Salze von Fettsäuren (Carboxylate) Synthetische Tenside (z.B. Sulfate)
pH-Wert Basisch (9–10) Hautneutral / Leicht sauer (4,5–5,5)
Reaktion mit Kalk Bildet Kalkseife (Rückstände) Keine Reaktion (leicht ausspülbar)
Wirkung auf Haar Öffnet die Schuppenschicht Glättet die Schuppenschicht

Fazit: Während Seife hervorragend für die Hände oder den Körper geeignet ist, ist Shampoo chemisch darauf optimiert, die Haarstruktur zu schonen und keine Rückstände im Haar zu hinterlassen.