Wie stark schädigt regelmäßiges Färben die Struktur der Haare?

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Regelmäßiges Färben, insbesondere mit permanenten Haarfarben oder Blondierungen, schädigt die Haarstruktur erheblich, da es sich um einen chemischen Eingriff handelt, der tief in das Innere des Haares eindringt.

Hier ist eine detaillierte Aufschlüsselung, wie stark und auf welche Weise die Struktur geschädigt wird:

1. Der chemische Prozess (Was passiert im Haar?)

Um die Farbe dauerhaft zu verändern, muss die natürliche Schutzschicht des Haares (die Schuppenschicht oder Cuticula) chemisch aufgebrochen werden.

  • Quellen: Ein Alkalisierungsmittel (meist Ammoniak) lässt das Haar aufquellen, damit die Farbpigmente ins Innere (den Cortex) gelangen können.
  • Oxidation: Wasserstoffperoxid baut die eigenen Pigmente ab und verankert die neuen. Dieser Prozess zerstört jedoch auch einen Teil der Schwefelbrücken (Disulfidbrücken), die dem Haar Stabilität und Elastizität verleihen.

2. Die verschiedenen Stufen der Schädigung

Je nach Methode ist die Belastung unterschiedlich stark:

  • Blondierung (Extrem belastend): Dies ist der aggressivste Prozess. Dem Haar werden Pigmente entzogen, was die Keratinstruktur massiv schwächt. Das Haar wird porös, verliert seine Elastizität und neigt extrem zu Haarbruch.
  • Permanente Färbung (Stark belastend): Da die Schuppenschicht jedes Mal geöffnet wird, verliert das Haar bei regelmäßiger Anwendung die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern. Es wird trocken und spröde.
  • Intensivtönung (Mittel belastend): Sie enthält weniger Peroxid und oft kein Ammoniak, greift die Struktur aber dennoch leicht an.
  • Direktziehende Tönungen (Kaum belastend): Diese legen sich nur um das Haar herum, ohne die Struktur zu öffnen.

3. Die Folgen bei regelmäßigem Färben

Wenn man die Haare über Jahre hinweg alle 4 bis 8 Wochen färbt, treten folgende strukturelle Schäden auf:

  1. Porosität: Die Schuppenschicht schließt sich nicht mehr vollständig. Das Haar fühlt sich rau an und verliert seinen Glanz (da Licht nicht mehr reflektiert wird).
  2. Feuchtigkeitsverlust: Das Haar „verdurstet“, weil die Schutzbarriere beschädigt ist. Es wird strohig.
  3. Proteinverlust: Das Keratin im Inneren wird abgebaut. Das Haar verliert an Spannkraft („Gummieffekt“ im nassen Zustand) und reißt schneller.
  4. Spliss und Haarbruch: Da die Spitzen am ältesten sind und die meisten Färbevorgänge hinter sich haben, spalten sie sich oder brechen ganz ab.

4. Faktoren, die das Ausmaß bestimmen

Die Stärke der Schädigung hängt von weiteren Faktoren ab:

  • Farbauswahl: Ein Wechsel von Dunkel auf Hell (Blondierung) ist weitaus schädlicher als eine Ton-in-Ton-Färbung oder ein Dunklerfärben.
  • Haartyp: Feines Haar ist deutlich anfälliger für chemische Schäden als dickes, robustes Haar.
  • Häufigkeit: Wird jedes Mal das gesamte Haar („Globalfärbung“) oder nur der Ansatz gefärbt? Nur den Ansatz zu färben, schont die Längen massiv.

Wie kann man die Schäden minimieren?

Obwohl die Struktur geschädigt wird, gibt es moderne Technologien, um dies abzumildern:

  • Plex-Technologie (z. B. Olaplex): Diese Wirkstoffe können die während des Färbens gebrochenen Disulfidbrücken im Haar teilweise wieder neu verknüpfen.
  • Proteine und Feuchtigkeit: Gefärbtes Haar benötigt einen Mix aus Proteinen (zum Auffüllen der Struktur) und Feuchtigkeit (gegen die Sprödigkeit).
  • Saurer pH-Wert: Nach dem Färben muss der pH-Wert des Haares durch eine Spülung oder Kur wieder in den sauren Bereich gebracht werden, damit sich die Schuppenschicht so weit wie möglich schließt.

Fazit: Regelmäßiges Färben verändert die Haarstruktur permanent und irreversibel. Das Haar wird dünner, trockener und anfälliger für äußere Einflüsse. Durch professionelle Produkte und die Konzentration auf die Ansatzfärbung lassen sich die sichtbaren Schäden jedoch meist in einem akzeptablen Rahmen halten.