Wie schützt man strapaziertes Haar vor weiterem Haarbruch durch chemische Colorationen?

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Strapaziertes Haar ist besonders anfällig für Haarbruch, da die Schuppenschicht bereits aufgeraut oder die innere Struktur (Keratinbrücken) geschwächt ist. Eine chemische Coloration öffnet die Schuppenschicht erneut, was zu irreversiblem Schaden führen kann, wenn man nicht gegensteuert.

Hier ist ein Schritt-für-Schritt-Plan, wie du dein Haar vor, während und nach der Coloration schützt:

1. Die Vorbereitung (Wochen vorher)

  • Feuchtigkeit und Protein: Beginne zwei Wochen vor dem Termin mit intensiven Masken. Strapaziertes Haar braucht eine Balance aus Proteinen (zum Auffüllen von Lücken) und Feuchtigkeit (für die Elastizität).
  • Spitzen schneiden: Kaputte Spitzen neigen dazu, beim Färben weiter "hochzureißen". Ein kleiner Trimm vorab verhindert Schlimmeres.
  • Keine Tiefenreinigung kurz vorher: Wasche dein Haar 24–48 Stunden vor dem Färben nicht. Der natürliche Talgfilm schützt die Kopfhaut und das Haar leicht vor der Chemie.

2. Während der Coloration (Der wichtigste Schutz)

  • Bond-Builder verwenden: Das ist der "Gamechanger". Produkte wie Olaplex (No. 1 & 2), K18 oder ähnliche "Plex"-Systeme (von L'Oréal, Wella etc.) werden direkt in die Farbe gemischt oder danach aufgetragen. Sie reparieren die Schwefelbrücken im Haar noch während des chemischen Prozesses.
  • Saure Colorationen (Tönungen): Wenn möglich, verzichte auf eine dauerhafte Coloration (Oxidationshaarfarbe) in den Längen. Färbe nur den Ansatz permanent und frische die Längen mit einer sauren Tönung (Glossing) auf. Diese lagert Pigmente nur außen an, ohne das Haar zu öffnen.
  • Niedriger Peroxid-Gehalt: Je niedriger der Entwickler (H2O2), desto schonender. Ein Profi kann oft mit weniger Prozenten arbeiten, wenn er die Einwirkzeit anpasst.

3. Die Pflege direkt nach dem Färben

  • Saurer Abschluss: Nach dem Ausspülen muss der pH-Wert des Haares wieder neutralisiert werden, damit sich die Schuppenschicht schließt. Professionelle Conditioner für coloriertes Haar sind sauer eingestellt und "versiegeln" die Farbe und die Struktur.
  • Nicht sofort waschen: Warte mindestens 48 bis 72 Stunden mit der ersten Haarwäsche zu Hause, damit sich die Pigmente und die Struktur stabilisieren können.

4. Die Langzeitstrategie gegen Haarbruch

  • Protein-Moisture-Balance:
    • Verwende einmal pro Woche eine Protein-Kur (mit Keratin, Weizenprotein), um die Struktur zu stärken.
    • Verwende bei jeder anderen Wäsche Feuchtigkeits-Conditioner, damit das Haar nicht spröde wird (zu viel Protein macht das Haar paradoxerweise hart und brüchig).
  • Hitze vermeiden: Föhne nur auf kalter oder mittlerer Stufe. Glätteisen und Lockenstab sind für strapaziertes, frisch gefärbtes Haar Gift. Wenn es sein muss: Immer Hitzeschutz verwenden.
  • Mechanische Belastung minimieren:
    • Nutze ein Mikrofaser-Handtuch (nicht rubbeln, nur tupfen).
    • Verwende grobzinkige Kämme oder spezielle Entwirrbürsten (z.B. Tangle Teezer).
    • Schlafe auf einem Seiden- oder Satinkissen, um Reibung zu verhindern.

5. Alternative: Pflanzenhaarfarbe

Falls dein Haar bereits am Limit ist, könnte Pflanzenhaarfarbe (Henna, Senna, Indigo) eine Option sein. Sie legt sich wie eine Schutzschicht um das Haar und stärkt es sogar, anstatt es chemisch zu verändern. Vorsicht: Man kann danach nicht ohne Weiteres wieder chemisch aufhellen!

Mein Rat: Wenn dein Haar bereits stark bricht, gehe unbedingt zu einem Friseur, der auf Haargesundheit spezialisiert ist (z.B. ein "Olaplex-Salon"). Experimente zu Hause führen bei strapaziertem Haar oft zu chemischem Haarschnitt.

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