Wie schädigt Streusalz im Winter die Pfoten von Haustieren wie Hunden und Katzen?

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Streusalz (meist Natriumchlorid, manchmal auch Calcium- oder Magnesiumchlorid) stellt im Winter eine erhebliche Belastung für die Pfoten von Hunden und Katzen dar. Die Schädigung erfolgt dabei auf verschiedenen Ebenen: chemisch, mechanisch und biologisch.

Hier sind die wichtigsten Punkte, wie Streusalz den Pfoten schadet:

1. Entzug von Feuchtigkeit (Dehydrierung)

Salz ist hygroskopisch, das heißt, es bindet Feuchtigkeit. Wenn ein Tier durch salzhaltigen Schneematsch läuft, entzieht das Salz der Haut an den Ballen das Wasser.

  • Die Folge: Die Hornhaut der Pfoten trocknet extrem aus, wird spröde und verliert ihre Elastizität.

2. Mechanische Reizung und Risse

Streusalz besteht oft aus groben, scharfkantigen Kristallen.

  • Die Folge: Diese Kristalle wirken wie Schmirgelpapier. Bei jedem Schritt reiben sie an der empfindlichen Haut – besonders in den Zehenzwischenräumen. Zusammen mit der Trockenheit führt dies schnell zu feinen Rissen (Fissuren). Wenn das Salz in diese offenen Wunden gelangt, verursacht es brennende Schmerzen.

3. Chemische Reizungen und Entzündungen

Salz in Verbindung mit Wasser bildet eine aggressive Salzlösung.

  • Die Folge: Diese Lösung greift die Schutzbarriere der Haut an. Es kommt zu Rötungen, Reizungen und sogenannten Zwischenzehenentzündungen. Da Hunde und Katzen an den Pfoten schwitzen (dort sitzen Schweißdrüsen), ist die Haut dort ohnehin oft leicht feucht, was die Reaktion mit dem Salz verstärkt.

4. Gefahr durch Ablecken (Sekundärschäden)

Tiere spüren das Brennen und den Fremdkörperreiz an den Pfoten und versuchen, diese durch intensives Belecken zu reinigen.

  • Entzündungsgefahr: Durch das Lecken wird die ohnehin gereizte Haut noch weicher und anfälliger für Bakterien oder Pilze.
  • Magen-Darm-Probleme: Das Tier nimmt das Salz (und oft auch beigemischte Frostschutzmittel oder Splitt) oral auf. Dies kann die Magenschleimhaut reizen und zu Erbrechen, Durchfall oder im Extremfall zu einer Salzvergiftung führen.

Was kann man dagegen tun? (Präventionstipps)

Damit es gar nicht erst zu Schäden kommt, helfen folgende Maßnahmen:

  1. Schutzschicht auftragen: Vor dem Spaziergang die Pfoten mit Vaseline, Melkfett, Hirschtalg oder speziellem Pfotenschutz-Wachs eincremen. Dies bildet eine Barriere gegen das Salz und das Wasser.
  2. Haare kürzen: Bei langhaarigen Hunden sollten die Haare zwischen den Ballen vorsichtig gekürzt werden. So verfangen sich weniger Schneeklumpen und Salzkristalle darin.
  3. Pfoten waschen: Nach jedem Spaziergang sollten die Pfoten in lauwarmem Wasser (ohne Shampoo) gereinigt werden, um Salzrückstände zu entfernen. Danach gut abtrocknen.
  4. Strecken wählen: Wenn möglich, gesalzene Gehwege meiden und lieber auf Waldwegen oder ungestreuten Flächen laufen.
  5. Schuhe (Hundesocken): Bei sehr empfindlichen Pfoten oder bereits bestehenden Verletzungen können spezielle Hundeschuhe (Booties) sinnvoll sein.
  6. Kontrolle: Die Pfoten regelmäßig auf Risse oder Rötungen untersuchen.

Hinweis für Katzenbesitzer: Freigänger lassen sich die Pfoten seltener waschen oder eincremen. Hier ist es besonders wichtig, im Haus einen Bereich zu schaffen, in dem sie sich die Pfoten auf einer sauberen Matte selbst etwas trocken laufen können, und bei sichtbaren Problemen (Humpeln, extremes Lecken) sofort zu reagieren.

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