Wie oft pro Jahr sollte ein strapazierter Gebrauchsrasen idealerweise gedüngt werden?
Bearbeiten
Löschen
Für einen strapazierten Gebrauchsrasen (z. B. Spielrasen für Kinder oder Sportflächen) ist die Nährstoffversorgung entscheidend, damit sich die Gräser schnell regenerieren können.
Idealerweise sollte ein solcher Rasen 3- bis 4-mal pro Jahr gedüngt werden.
Hier ist der optimale Zeitplan für die Düngung:
1. Startdüngung (März / April)
- Zeitpunkt: Sobald der Boden ca. 8–10 Grad erreicht und die Gräser anfangen zu wachsen (meist nach dem ersten Mähen).
- Ziel: Den Rasen nach dem Winter „aufzuwecken“ und das Wachstum anzuregen.
- Dünger: Stickstoffbetonter Langzeitdünger.
2. Folgedüngung (Mai / Juni)
- Zeitpunkt: Wenn die erste Nährstoffwelle verbraucht ist und der Rasen durch intensive Nutzung im Frühsommer beansprucht wird.
- Ziel: Die Dichte der Grasnarbe zu erhalten, damit Unkraut und Moos keine Chance haben.
- Dünger: Klassischer Rasen-Langzeitdünger.
3. Zwischendüngung (optional, August)
- Zeitpunkt: Nur notwendig bei extrem starker Beanspruchung oder wenn der Rasen gelblich/kraftlos wirkt.
- Ziel: Regeneration nach Hitzeperioden und hoher Belastung in der Ferienzeit.
- Hinweis: Bei großer Hitze und Trockenheit nicht düngen (Gefahr von Verbrennungen).
4. Herbstdüngung (Oktober / Anfang November)
- Zeitpunkt: Vor dem ersten Frost, wenn die Temperaturen sinken.
- Ziel: Stärkung der Zellstruktur für den Winter und Frostresistenz.
- Dünger: Kaliumbetonter Herbstdünger. (Wichtig: Wenig Stickstoff, viel Kalium. Stickstoff würde den Rasen zu weich für den Frost machen, Kalium wirkt wie ein Frostschutzmittel).
Wichtige Tipps für strapazierten Rasen:
- Langzeitdünger verwenden: Vermeiden Sie billige Blaukorn-Dünger. Diese wirken zu schnell (Stoßwachstum) und verpuffen rasch. Langzeitdünger geben die Nährstoffe über 8–12 Wochen gleichmäßig ab.
- Wässern nicht vergessen: Nach jeder Düngung muss der Rasen intensiv gewässert werden, damit die Nährstoffe an die Wurzeln gelangen und die Halme nicht verbrennen.
- Bodenprobe: Bei stark beanspruchten Flächen lohnt es sich, alle 3 Jahre eine Bodenprobe (ca. 15–20 € im Labor) zu machen, um zu sehen, ob dem Boden spezielle Nährstoffe fehlen oder der pH-Wert (Kalkbedarf) nicht stimmt.
- Schnittgut: Wenn Sie einen Mulchmäher nutzen, können Sie die Düngermenge um etwa eine Einheit pro Jahr reduzieren, da das verrottende Schnittgut Nährstoffe zurückgibt. Bei einem Gebrauchsrasen mit Fangkorb ist die oben genannte Frequenz jedoch ideal.