Wie lassen sich festsitzende oder überdrehte Madenschrauben an einem Türbeschlag lösen?
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Das Lösen festsitzender oder überdrehter Madenschrauben (oft Innensechskant/Inbus) an Türgriffen ist ein klassisches Problem. Meist sind sie durch Korrosion, Lackreste oder zu festes Anziehen blockiert.
Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, sortiert von „schonend“ bis „massiv“:
1. Die Vorbereitung (Kriechöl)
Bevor Sie Kraft anwenden, sollten Sie die Chemie arbeiten lassen.
- Rostlöser/Kriechöl: Sprühen Sie die Schraube großzügig mit WD-40, Caramba oder einem speziellen Rostlöser ein.
- Einwirken lassen: Das ist der wichtigste Punkt. Lassen Sie das Öl mindestens 30 Minuten, besser über Nacht, einwirken. Das Öl zieht in die winzigen Kapillaren des Gewindes ein.
2. Mechanische Schocks (Erschütterung)
Manchmal hilft ein gezielter Schlag, um die „Backwirkung“ des Gewindes zu lösen.
- Setzen Sie den passenden Inbusschlüssel an und geben Sie mit einem Hammer einen leichten, kurzen Schlag auf den Kopf des Schlüssels. Dies kann die Mikroverspannung im Gewinde lösen.
3. Bei überdrehtem Kopf (Innensechskant ist rund)
Wenn der Inbusschlüssel bereits durchdreht, helfen diese Tricks:
- Der Torx-Trick (Beste Methode): Suchen Sie einen Torx-Bit, der minimal größer ist als das runde Loch der Madenschraube. Klopfen Sie diesen vorsichtig mit einem Hammer in die Schraube. Die Zähne des Torx schneiden sich in das weiche Metall der Madenschraube und bieten wieder Griff.
- Gummiband: Legen Sie ein breites Gummiband zwischen Schraube und Schraubendreher. Das erhöht den Grip und füllt kleine Lücken aus.
- Schraubendoktor / Reibpaste: Es gibt spezielle Pasten mit Diamantpartikeln, die den Griff des Werkzeugs massiv erhöhen.
4. Hitze (Vorsicht!)
Metall dehnt sich bei Hitze aus.
- Erhitzen Sie die Schraube vorsichtig mit einem Heißluftföhn oder (wenn man sehr präzise arbeiten kann) mit der Spitze eines Lötkolbens direkt in der Schraubenvertiefung.
- Achtung: Passen Sie auf die Beschichtung der Türdrücker (Lack, Eloxal) und auf die Tür selbst (Holz/Lack) auf!
5. Der Linksausdreher (Profi-Lösung)
Wenn gar nichts mehr geht, benötigen Sie spezielles Werkzeug:
- Sie bohren die Madenschraube mit einem sehr dünnen Metallbohrer (meist 2-3 mm) mittig an.
- Dann setzen Sie einen Linksausdreher an. Dieser hat ein Linksgewinde und frisst sich beim Linksdrehen in die Schraube fest, bis er sie mit herausdreht.
6. Die letzte Instanz: Ausbohren
Wenn die Schraube komplett festgefressen ist:
- Bohren Sie die Madenschraube komplett mit einem Bohrer auf, der dem Kerndurchmesser des Gewindes entspricht (meist M4, M5 oder M6).
- Dabei wird das Gewinde im Türgriff oft beschädigt. Sie müssten dann eventuell ein neues, größeres Gewinde schneiden oder den Türgriff ersetzen.
Tipps für danach:
- Neue Schrauben: Verwenden Sie niemals die alte, beschädigte Madenschraube wieder.
- Edelstahl: Ersetzen Sie die Schraube am besten durch eine aus Edelstahl, um zukünftige Korrosion zu vermeiden.
- Nicht überdrehen: Madenschrauben an Türgriffen müssen fest sitzen, aber nicht „mit Gewalt“ angezogen werden. Ein Tropfen Schraubensicherung (blau/mittelfest) verhindert, dass sie sich von selbst lösen.
Sicherheitshinweis: Tragen Sie beim Bohren an Metall immer eine Schutzbrille, da feine Metallspäne entstehen.