Wie lange muss ein Händedesinfektionsmittel mindestens einwirken, um wirksam zu sein?
Für eine standardmäßige hygienische Händedesinfektion (wie sie im Alltag oder in der normalen Krankenpflege üblich ist) gilt als Faustregel:
Mindestens 30 Sekunden.
Hier sind die wichtigsten Details, die du beachten solltest, damit die Desinfektion auch wirklich funktioniert:
1. Die „Satt-feucht-Regel“
Die Zeit allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, dass die Hände während der gesamten Einwirkzeit vollständig mit dem Mittel benetzt und feucht bleiben. Wenn die Hände bereits nach 10 oder 15 Sekunden trocken sind, hast du zu wenig Desinfektionsmittel verwendet. In der Regel benötigt man dafür etwa 3 ml (ca. zwei bis drei Hübe aus einem Standardspender).
2. Unterschiedliche Einwirkzeiten je nach Zweck
- Hygienische Händedesinfektion: 30 Sekunden (Standard im Alltag/Klinikalltag).
- Chirurgische Händedesinfektion: Vor Operationen dauert die Einwirkzeit deutlich länger, meist 1,5 bis 3 Minuten (je nach Herstellerangabe).
- Besondere Erreger: Bei bestimmten Viren (z. B. Noroviren) oder Bakterien (z. B. Tuberkulose-Erreger) kann die benötigte Zeit länger sein (oft 60 Sekunden oder mehr). Hier muss man auf die spezifischen Angaben des Herstellers auf der Flasche achten.
3. Die richtige Technik
Damit das Mittel überall wirkt, sollten die 30 Sekunden genutzt werden, um das Mittel gründlich zu verreiben:
- Handfläche auf Handfläche.
- Handfläche auf Handrücken.
- Fingerzwischenräume.
- Daumen (separat einreiben!).
- Fingerkuppen und Nagelfalze.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Achte auf die Deklaration der Wirksamkeit auf dem Etikett:
- Begrenzt viruzid: Wirkt gegen behüllte Viren (z. B. Influenza, Corona, HIV).
- Begrenzt viruzid PLUS: Wirkt zusätzlich gegen Noro-, Rotaviren und Adenoviren.
- Viruzid: Wirkt gegen alle behüllten und unbehüllten Viren.
Fazit: Nimm genug Flüssigkeit, damit deine Hände 30 Sekunden lang nass sind, und vergiss die Daumen und Fingerspitzen nicht!