Wie lässt sich vermeiden, dass Babys beim Trinken aus dem Fläschchen zu viel Luft schlucken und Blähungen bekommen?

Melden

Blähungen durch verschluckte Luft (Aerophagie) sind ein häufiges Problem bei Flaschenbabys. Es gibt jedoch eine Reihe von bewährten Strategien, um die Luftzufuhr beim Trinken zu minimieren.

Hier sind die wichtigsten Tipps, unterteilt in Vorbereitung, Technik und Equipment:

1. Die richtige Vorbereitung der Nahrung

  • Rühren statt Schütteln: Wenn du das Milchpulver mit Wasser mischt, solltest du das Fläschchen nicht wild schütteln, da dabei viele Luftblasen entstehen. Nutze stattdessen einen langen Löffel oder ein Messer zum Umrühren oder schwenke die Flasche vorsichtig im Kreis.
  • Schaum setzen lassen: Falls du doch geschüttelt hast, lass die Flasche ein bis zwei Minuten stehen, bis der Schaum an der Oberfläche verschwunden ist.
  • Lefax/Sab Simplex (nach Absprache): Bei sehr empfindlichen Babys können spezielle Entschäumer-Tropfen (aus der Apotheke) helfen, die die Luftblasen in der Milch auflösen.

2. Das passende Equipment

  • Anti-Kolik-Systeme: Verwende Fläschchen mit speziellen Ventilen oder Belüftungssystemen (z. B. von Marken wie Avent, Nuk oder Dr. Brown’s). Diese sorgen dafür, dass Luft in die Flasche strömt, anstatt ein Vakuum zu erzeugen, wodurch das Baby gleichmäßiger trinken kann.
  • Die richtige Saugergröße: Das ist entscheidend.
    • Ist das Loch zu klein, muss das Baby zu stark saugen und schluckt dabei oft Luft an den Lippen vorbei.
    • Ist das Loch zu groß, fließt die Milch zu schnell, das Baby verschluckt sich und schnappt hektisch nach Luft.
    • Test: Wenn du die Flasche umdrehst, sollte pro Sekunde nur ein Tropfen fallen.
  • Die Form des Saugers: Der Sauger sollte so geformt sein, dass der Mund des Babys ihn weit umschließt (ähnlich wie an der Brust), um einen luftdichten Abschluss zu bilden.

3. Die richtige Fütterungstechnik

  • Aufrechte Position: Halte dein Baby beim Füttern nicht flach liegend, sondern in einer eher aufrechten, halb sitzenden Position (ca. 45-Grad-Winkel). Das hilft der Milch, nach unten zu sinken und der Luft, nach oben zu steigen.
  • Der Neigungswinkel der Flasche: Halte die Flasche immer so schräg, dass der Sauger komplett mit Milch gefüllt ist. Es darf keine Luftblase im vorderen Teil des Saugers sein.
  • Pausen und "Bäuerchen" zwischendurch: Warte nicht bis zum Ende der Flasche. Mach nach der Hälfte der Portion eine kurze Pause für ein Zwischen-Bäuerchen.

4. Den richtigen Zeitpunkt abpassen

  • Hungersignale frühzeitig erkennen: Wenn ein Baby bereits vor Hunger schreit, schluckt es schon beim Weinen viel Luft. Zudem trinken aufgebrachte Babys meist hastiger ("Gierschlund"). Versuche zu füttern, wenn das Baby erste Anzeichen zeigt (Suchen, an den Händchen nuckeln), bevor es weint.

5. Nach dem Füttern

  • Ausgiebiges Bäuerchen: Halte das Baby nach dem Trinken 10–15 Minuten aufrecht gegen deine Schulter.
  • Fliegergriff oder Bauchmassage: Wenn du merkst, dass trotzdem Luft im Bauch ist, hilft der Fliegergriff (Baby liegt bäuchlings auf deinem Unterarm) oder eine sanfte Massage im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel.

Zusammenfassend: Die Kombination aus einer schwenkenden Vorbereitung (kein Schaum), einem gut gefüllten Sauger und einer aufrechten Haltung des Babys ist meist am effektivsten, um Blähungen vorzubeugen.