Wie lässt sich ein nasses Regencape am besten unterwegs verstauen, ohne dass die restliche Ausrüstung im Rucksack feucht wird?
Ein nasses Regencape mitten auf einer Wanderung oder Tour zu verstauen, ist eine Herausforderung, da die Feuchtigkeit durch Kapillareffekte oft selbst in kleine Ritzen dringt.
Hier sind die besten Strategien, sortiert von „hochprofessionell“ bis „praktische Improvisation“:
1. Die Außen-Lösung (Favorit)
Der beste Ort für ein nasses Cape ist außerhalb des Hauptfachs Ihres Rucksacks.
- Das Front-Netzfach: Die meisten modernen Wanderrucksäcke haben ein großes, elastisches Netzfach an der Vorderseite. Hier kann das Cape abtropfen und durch den Fahrtwind sogar etwas trocknen, ohne mit dem Inhalt im Inneren in Berührung zu kommen.
- Gummizüge/Bungees: Falls kein Netzfach vorhanden ist, klemmen Sie das Cape unter die elastischen Kordeln auf der Vorderseite oder dem Deckel.
- Befestigung mit Karabinern: Wenn das Cape eine Schlaufe hat, können Sie es außen am Rucksack baumeln lassen (Vorsicht bei starkem Wind oder dichtem Gebüsch).
2. Der „Dry Bag“ (Wasserdicht nach innen und außen)
Ein leichter Dry Bag (Rollverschlusssack) ist die sicherste Methode für das Innere des Rucksacks.
- Funktionsweise: Packen Sie das nasse Cape in den Dry Bag und rollen Sie ihn zu. Während Dry Bags normalerweise dazu da sind, Wasser draußen zu halten, funktionieren sie genauso gut umgekehrt, um die Nässe drinnen zu behalten.
- Tipp: Nutzen Sie einen Dry Bag in einer auffälligen Farbe, damit Sie wissen: „Achtung, hier drin ist es nass“.
3. Das separate Bodenfach
Viele Trekkingrucksäcke haben ein separates Bodenfach (eigentlich für den Schlafsack gedacht), das oft durch einen internen Reißverschluss vom Hauptfach getrennt ist.
- Wenn Sie den Schlafsack anderweitig geschützt haben, ist dies ein guter Ort für nasse Ausrüstung. Legen Sie zur Sicherheit dennoch eine Plastiktüte unter das Cape, da die Trennwände oft nicht 100 % wasserdicht sind.
4. Die „Mülltüten-Methode“ (Günstig & Effektiv)
Wenn Sie keinen Dry Bag zur Hand haben:
- Tragen Sie immer ein bis zwei stabile Zip-Lock-Beutel (Gefrierbeutel mit Verschluss) oder eine saubere Mülltüte bei sich.
- Wichtig: Das Cape vorher so gut wie möglich ausschütteln. Je weniger stehendes Wasser im Beutel ist, desto geringer die Chance, dass beim Öffnen später etwas herausspritzt.
5. Vorbereitung: Das „Ausschütteln“ ist entscheidend
Bevor Sie das Cape verpacken, sollten Sie die Oberflächenspannung des Wassers brechen:
- Schütteln: Greifen Sie das Cape am Saum und schütteln Sie es kräftig aus. Hochwertige Capes mit DWR-Imprägnierung lassen das Wasser fast rückstandslos abperlen.
- Microfaser-Tuch: Ein kleines, ultraleichtes Reisehandtuch kann Wunder wirken, um das Cape kurz abzuwischen, bevor es in den Rucksack wandert.
Wichtiger Hinweis für später:
Egal welche Methode Sie wählen: Lassen Sie das Cape niemals über Nacht verpackt! Sobald Sie Ihre Unterkunft erreichen oder das Wetter aufklart, muss das Cape sofort großflächig aufgehängt werden. Stockflecken und unangenehme Gerüche bilden sich in feuchten Plastiktüten extrem schnell.
Zusammenfassung für den Notfall: Wenn Sie gar nichts dabei haben, klemmen Sie das Cape zwischen den Rucksack-Deckel und das Hauptfach und lassen Sie die Seiten heraushängen, damit das Wasser nach außen abläuft.