Wie lässt sich das unnatürliche Verkleben der Haare („Beton-Effekt“) beim Styling vermeiden?
Der gefürchtete „Beton-Effekt“ entsteht meist durch eine Kombination aus dem falschen Produkt, einer zu hohen Dosierung oder einer fehlerhaften Anwendung. Um einen natürlichen Look mit Halt zu erzielen, der sich trotzdem bewegt und weich anfühlt, helfen folgende Tipps:
1. Das richtige Produkt wählen
Viele klassische Haargele enthalten viel Alkohol und Polymere, die das Haar beim Trocknen hart werden lassen.
- Matt-Pasten oder Clays: Diese basieren oft auf Tonerde (Kaolin) oder Wachsen. Sie geben Struktur und Halt, ohne zu glänzen oder zu verkleben.
- Styling-Cremes: Ideal für längeres Haar oder einen sehr natürlichen Look. Sie bändigen Frizz, ohne das Haar zu versteifen.
- Volumenpuder: Statt flüssiger Produkte kann Puder am Ansatz Griffigkeit und Stand verleihen, ohne dass die Längen verkleben.
2. „Weniger ist mehr“ (Dosierung)
Der häufigste Fehler ist die Menge.
- Fange mit einer erbsengroßen Menge an. Du kannst später immer noch mehr hinzufügen, aber überschüssiges Produkt lässt sich schwer entfernen, ohne das Haar erneut zu waschen.
- Verteile das Produkt erst gründlich in den Handflächen und zwischen den Fingern, bis es fast unsichtbar ist, bevor du ins Haar greifst.
3. Anwendung im handtuchtrockenen Haar
- Wenn du Styling-Produkte in klatschnasses Haar gibst, verklumpen sie oft beim Trocknen.
- Besser: Das Haar mit dem Handtuch vortrocknen (handtuchtrocken). Das Produkt lässt sich so gleichmäßiger verteilen und verbindet sich besser mit der Haarstruktur, ohne einen harten Film zu bilden.
4. Von hinten nach vorne arbeiten
Die meisten Menschen klatschen das Gel zuerst vorne auf die Stirnpartie. Dort fällt es am meisten auf, wenn es verklebt.
- Tipp: Arbeite das Produkt zuerst am Hinterkopf und an den Seiten ein. Nutze nur die Reste an den Händen für die vordere Haarpartie und das Finish. So verhinderst du die typische „Gelfront“.
5. Den Haarspray-Abstand einhalten
Haarspray ist oft der Hauptübeltäter für den Beton-Effekt, wenn es zu nah aufgesprüht wird.
- Halte mindestens 30 cm Abstand.
- Sprühe lieber in kurzen Intervallen statt in einem langen Strahl.
- Für einen besonders natürlichen Look: Sprühe das Haarspray auf deine Hände oder eine Bürste und fahre damit durch das Haar. Das fixiert fliegende Härchen, ohne den Look zu „versiegeln“.
6. Föhnen statt Lufttrocknen
Wenn du Gel oder Schaumfestiger verwendest und die Haare an der Luft trocknen lässt, entsteht oft ein harter „Cast“ (eine Kruste).
- Wenn du das Haar während des Trocknens föhnst und dabei mit den Fingern oder einer Bürste in Bewegung bleibst, werden die Verbindungen des Produkts immer wieder leicht aufgebrochen. Das Ergebnis ist Halt, aber mit weicher Haptik.
7. Den „Cast“ aufbrechen (Scrunsh out the crunch)
Falls das Haar nach dem Styling doch hart geworden ist:
- Warte, bis das Haar komplett trocken ist.
- Knete das Haar vorsichtig mit den Händen durch oder fahre mit einer Bürste einmal leicht darüber. Dadurch bricht die harte Produktschicht auf, und das Haar wird wieder weich, behält aber die Form, die das Produkt ihm gegeben hat.
Zusammenfassung:
Vermeide klassisches „Wet-Look“ Gel und greife eher zu Matte Paste, Clay oder Textursprays. Achte auf den Abstand beim Sprühen und arbeite das Produkt gleichmäßig ein, statt es nur oben aufzulegen.