Wie heiß darf ein Glätteisen maximal eingestellt werden, um dauerhafte Hitzeschäden am Haar zu vermeiden?
Um dauerhafte Hitzeschäden zu vermeiden, gilt in der Friseurwissenschaft und Haarpflege eine magische Grenze:
Die maximale Temperatur sollte 185 °C nicht überschreiten.
Hier ist die detaillierte Aufschlüsselung, warum das so ist und welche Temperatur für welchen Haartyp am besten geeignet ist:
1. Warum genau 185 Grad?
Wissenschaftliche Untersuchungen (u.a. von Marken wie ghd) haben gezeigt, dass 185 °C die optimale Temperatur ist, um das Haar zu formen, ohne die innere Struktur (die Keratinbrücken) irreversibel zu zerstören.
- Unter 150 °C: Das Haar lässt sich oft schwer formen, man muss mehrmals über dieselbe Strähne fahren, was mechanischen Stress bedeutet.
- Über 185 °C: Ab dieser Temperatur beginnt das Keratin im Haar zu schmelzen und die Schuppenschicht wird dauerhaft geschädigt. Das Haar verliert die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern, wird spröde und bricht.
- Ab 230 °C: Das Haar wird buchstäblich „gegrillt“. Die Schäden sind sofort und dauerhaft (Spliss, Haarbruch).
2. Die richtige Temperatur nach Haartyp
Obwohl 185 °C das Maximum für gesundes Haar sein sollte, vertragen nicht alle Haare dieselbe Hitze:
- Feines, dünnes oder stark strapaziertes/blondiertes Haar: 150 °C bis 165 °C.
- Normales, gesundes oder coloriertes Haar: 170 °C bis 185 °C.
- Dickes, widerspenstiges oder stark lockiges Haar: Maximal 185 °C bis (in Ausnahmen) 200 °C. Wenn 185 °C nicht ausreichen, ist meist die Technik (zu dicke Strähnen) das Problem, nicht die Temperatur.
3. Wichtige Regeln zur Vermeidung von Schäden
Selbst bei der richtigen Temperatur kann ein Glätteisen Schaden anrichten, wenn man die folgenden Punkte ignoriert:
- Niemals im feuchten Haar glätten: Das Wasser im Haar verdampft schlagartig (Siedeverzug), was die Haarstruktur buchstäblich von innen heraus sprengt („Bubble Hair“). Das Haar muss hundertprozentig trocken sein.
- Immer Hitzeschutz verwenden: Ein Hitzeschutzspray legt sich wie ein Film um das Haar und verteilt die Hitze gleichmäßiger, sodass keine „Hot Spots“ entstehen.
- Nur einmal ziehen: Es ist besser, einmal langsam und gleichmäßig mit 185 °C über eine Strähne zu fahren, als fünfmal schnell hintereinander.
- Gute Beschichtung: Achten Sie auf hochwertige Keramik- oder Titanplatten. Billige Metallplatten haben oft ungleichmäßige Hitzeverteilung, was zu Verbrennungen führt.
Fazit: Stellen Sie Ihr Glätteisen am besten auf 185 °C ein. Wenn Ihr Gerät nur Stufen hat, wählen Sie eine mittlere Stufe und tasten Sie sich von unten heran. Höher als 200 °C sollten Sie im privaten Gebrauch niemals gehen.