Wie geht man mit einem Spaten am besten gegen stark durchwurzelten Boden vor?

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Gegen stark durchwurzelten Boden anzukämpfen, kann frustrierend und körperlich anstrengend sein. Mit der richtigen Technik und dem passenden Werkzeug lässt sich die Arbeit jedoch deutlich erleichtern.

Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du am besten vorgehst:

1. Das richtige Werkzeug wählen

Ein normaler Gärtnerspaten mit gerader Kante ist bei Wurzeln oft überfordert.

  • Der Spitzspaten: Er ist das Werkzeug der Wahl. Durch die spitze Form konzentriert sich die Kraft auf einen Punkt, was das Durchtrennen von Wurzeln erheblich erleichtert.
  • Scharfe Kante: Das wichtigste Geheimnis ist ein geschärfter Spaten. Nimm eine Metallfeile oder einen Winkelschleifer und schärfe die Unterkante des Spatenblatts. Ein scharfer Spaten schneidet Wurzeln wie ein Messer, statt sie nur zu quetschen.
  • Rodepaten / Drainagespaten: Diese sind schmaler und länger, ideal um tief sitzende Wurzeln gezielt zu kappen.

2. Die richtige Technik ("Abstechen")

Versuche nicht, sofort große Brocken Erde auszuheben.

  • Kleine Quadrate: Steche die Fläche in kleinen Quadraten (ca. 15x15 cm) vor. Setze den Spaten senkrecht an und springe mit vollem Körpergewicht auf die Trittkante.
  • Vertikales Durchtrennen: Bevor du hebelst, musst du die Wurzeln rundherum durchtrennen. Setze den Spaten mehrmals hintereinander an der gleichen Linie an.
  • Hebelwirkung vorsichtig nutzen: Erst wenn die Wurzeln rundherum gekappt sind, setzt du den Spaten schräg an und hebelst das Stück heraus. Achtung: Bei zu dicken Wurzeln kann der Stiel brechen!

3. Unterstützung durch Zusatzwerkzeug

Wenn der Spaten stecken bleibt, helfen diese Werkzeuge:

  • Die Wiedehopfhaue: Das ultimative Werkzeug für Wurzeln. Sie hat eine schmale Axtseite und eine Hackenseite. Damit lassen sich selbst dicke Wurzeln im Boden zertrümmern.
  • Astschere oder Handsäge: Lege dir eine alte Astschere oder eine Klappsäge bereit. Wenn eine Wurzel zu dick für den Spaten ist (ca. ab Daumendicke), lege sie kurz frei und schneide sie gezielt durch. Benutze dafür nicht deine beste Schere, da der Dreck die Klinge schnell stumpf macht.
  • Die Brechstange: Bei sehr großen Wurzelstöcken hilft eine schwere Eisenstange, um das Geflecht zu lockern.

4. Ergonomie und Kraft sparen

  • Schwung nutzen: Tritt fest mit dem Fuß auf, anstatt nur mit den Armen zu drücken.
  • Rücken schonen: Gehe in die Knie, wenn du die Erde aushebst. Hebe nicht aus dem gebeugten Rücken heraus.
  • Feuchtigkeit: Wenn der Boden extrem trocken und hart ist, wässere die Stelle am Abend vorher gründlich. Das macht die Erde weicher, auch wenn die Wurzeln dadurch nicht unbedingt instabiler werden.

5. Profi-Tipp: Die "Spaten-Axt-Kombination"

Wenn du sehr viele feine, zähe Wurzeln hast (z.B. von Hecken oder Efeu), kannst du den Spaten wie eine Axt benutzen: Stoße ihn mit Wucht und Geschwindigkeit senkrecht in den Boden, anstatt ihn nur langsam mit dem Fuß hineinzudrücken. Das erfordert Kraft, ist aber bei dichtem Wurzelteppich sehr effektiv.

Zusammenfassend: Schärfe deinen (Spitz-)Spaten, arbeite dich in kleinen Stücken vor und halte für die dicken Brocken eine Axt oder eine alte Säge bereit. Viel Erfolg!