Wie funktioniert der Sortiermechanismus bei Münzzählmaschinen, um verschiedene Nennwerte zu trennen?

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Der Sortiermechanismus von Münzzählmaschinen basiert auf einer Kombination aus physikalischen Eigenschaften der Münzen (Größe, Gewicht, Material) und präziser Sensorik. Je nach Komplexität der Maschine kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz.

Hier sind die gängigsten Methoden erklärt:

1. Das mechanische Sortierprinzip (Größe und Dicke)

Dies ist die einfachste und am weitesten verbreitete Methode, die man oft in kleineren Tischgeräten oder Sparschweinen findet.

  • Lochschienen oder Schablonen: Die Münzen rollen über eine geneigte Schiene oder eine rotierende Scheibe, in der sich Löcher befinden. Diese Löcher sind nach Größe sortiert: Zuerst kommt das kleinste Loch (z. B. für 1-Cent-Stücke), dann das nächstgrößere. Eine Münze fällt genau in das Loch, das ihrem Durchmesser entspricht.
  • Abnehmende Abstände: Bei manchen Maschinen werden die Münzen entlang einer Schiene geführt, die an der Unterseite einen Spalt hat, der immer breiter wird. Die kleinste Münze fällt zuerst durch, die größte zuletzt.

2. Das Rotations- oder Zentrifugalprinzip

Dieses Prinzip wird häufig in professionellen Hochgeschwindigkeitsmaschinen verwendet.

  • Die Drehscheibe: Die Münzen liegen auf einer schnell rotierenden Scheibe. Durch die Fliehkraft werden sie an den äußeren Rand der Scheibe gedrückt.
  • Der Abstreifer: Am Rand befinden sich mechanische Barrieren oder Öffnungen. Da die Münzen aufgrund ihres unterschiedlichen Durchmessers unterschiedlich weit über den Rand ragen oder an bestimmten Führungen hängen bleiben, werden sie durch exakt eingestellte "Abstreifer" in die jeweiligen Schächte geleitet.

3. Die elektronische Erkennung (Sensorik)

In Bankautomaten oder Verkaufsautomaten reicht die Größe allein nicht aus (da z. B. ausländische Münzen oder Jetons ähnliche Maße haben könnten). Hier kommen Sensoren ins Spiel:

  • Optische Sensoren: Eine Lichtschranke oder eine Kamera misst den exakten Durchmesser der Münze, während sie am Sensor vorbeiläuft.
  • Induktive Sensoren (Materialprüfung): Dies ist der wichtigste Teil für die Echtheitsprüfung. Die Münze rollt durch ein elektromagnetisches Feld. Jede Legierung (Kupfer, Nickel, Messing etc.) beeinflusst dieses Feld auf eine ganz spezifische Weise. Die Maschine erkennt so den "metallischen Fingerabdruck" einer Münze.
  • Dickenmessung: Ein mechanischer oder Laser-Sensor misst die Dicke der Münze auf den Bruchteil eines Millimeters genau.

4. Die Weichensteuerung

Nachdem die Sensoren (Optik + Induktion) innerhalb von Millisekunden bestimmt haben, um welche Münze es sich handelt, wird ein mechanischer Impuls ausgelöst:

  • Elektromagnetische Weichen: Ein kleiner Hebel oder eine Klappe öffnet sich blitzschnell und leitet die Münze in das richtige Fach.
  • Druckluft-Impulse: In sehr schnellen industriellen Anlagen werden die Münzen mit einem gezielten Luftstoß in den richtigen Kanal "geschossen".

Zusammenfassung des Ablaufs in einer Profi-Maschine:

  1. Zuführung: Die Münzen werden unsortiert eingeworfen.
  2. Vereinzelung: Eine rotierende Scheibe sorgt dafür, dass die Münzen einzeln hintereinander in den Sortierkanal gelangen.
  3. Prüfung: Sensoren messen Durchmesser, Dicke und Material (Magnetismus/Leitfähigkeit).
  4. Sortierung: Elektronisch gesteuerte Weichen leiten die Münze in das Fach für 2€, 1€, etc.
  5. Aussortierung: Fremdkörper (Büroklammern) oder Falschgeld fallen in ein separates Fach (Reject-Fach).

Interessanter Fakt: Euro-Münzen sind besonders sicher, da die 1-Euro- und 2-Euro-Münzen aus zwei verschiedenen Metallen bestehen (Bimetall) und teilweise magnetische Kerne haben. Dies macht es für die Sensoren der Maschinen extrem einfach, sie von billigen Fälschungen zu unterscheiden.