Wie erkennt man, ob die Spitze eines Schraubendrehers bereits zu stark abgenutzt ist?

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Einen abgenutzten Schraubendreher zu erkennen, ist wichtig, um sowohl das Werkzeug als auch die Schraube (das Werkstück) zu schonen. Wenn die Spitze nicht mehr präzise greift, rutscht man ab, was zu Verletzungen oder unbrauchbaren Schraubenköpfen führen kann.

Hier sind die wichtigsten Anzeichen, an denen du erkennst, dass die Spitze abgenutzt ist:

1. Visuelle Prüfung (Das Aussehen)

  • Abgerundete Kanten: Bei einem neuen Schraubendreher sind die Kanten (z. B. die Flanken eines Kreuzschlitzes oder die Seiten eines Schlitzschraubendrehers) scharfkantig und präzise. Sind diese Ecken abgerundet oder "vernudelt", findet kein Formschluss mehr statt.
  • Verlust der Beschichtung: Viele hochwertige Schraubendreher haben eine speziell beschichtete (oft schwarze oder graue) Spitze für besseren Grip. Wenn diese Schicht komplett weggerieben ist und das blanke Metall darunter glänzt oder gar Verformungen zeigt, ist der Verschleiß weit fortgeschritten.
  • Verdrehung oder Verbiegung: Halte die Spitze gegen das Licht. Wenn die Klinge in sich verdreht wirkt (Torsion), hat sie ihre strukturelle Integrität verloren.
  • Ausbrüche: Kleine Kerben oder fehlende Metallsplitter an der Spitze sind ein klares Zeichen für Materialermüdung.

2. Der "Passform-Test" (Der Wackeltest)

Dies ist die zuverlässigste Methode:

  1. Nimm eine neue, unbenutzte Schraube, die genau zum Typ und zur Größe des Schraubendrehers passt (z. B. PH2 zu PH2).
  2. Stecke den Schraubendreher in den Schraubenkopf.
  3. Das Spiel prüfen: Wenn du den Schraubendreher hin und her bewegst, sollte fast kein Spiel spürbar sein. Wenn er in der Aufnahme "schwimmt" oder sich mehrere Grad drehen lässt, ohne dass die Schraube greift, ist die Spitze abgenutzt.
  4. Haftungstest: Bei einem guten Kreuzschlitz-Schraubendreher sollte die Schraube oft allein durch die Reibung an der Spitze halten, selbst wenn man sie waagerecht hält (ohne Magnetismus). Fällt sie sofort ab, ist die Passform schlecht.

3. Verhalten beim Schrauben (Der Cam-out-Effekt)

  • Häufiges Abrutschen: Wenn der Schraubendreher beim Festziehen aus dem Schraubenkopf nach oben herausgedrückt wird (der sogenannte "Cam-out-Effekt"), liegt das oft daran, dass die Flanken der Spitze nicht mehr rechtwinklig/parallel sind, sondern eine Keilform durch Abnutzung angenommen haben.
  • Späne im Schraubenkopf: Wenn du nach dem Schrauben feine Metallspäne im Kopf der Schraube findest, hat der Schraubendreher Material von der Schraube abgefräst, anstatt sie zu drehen. Das deutet auf eine schlechte Passform hin.

Spezifische Anzeichen je nach Typ:

  • Schlitz: Die Spitze wird dünner oder biegt sich leicht nach hinten (sieht aus wie ein Meißel).
  • Kreuzschlitz (PH/PZ): Die Mitte des Kreuzes wirkt "ausgewaschen" und die Flügel sind nicht mehr scharf voneinander abgegrenzt.
  • Torx: Die sechs Zacken wirken abgerundet und erinnern eher an ein Wellenprofil als an einen Stern.

Warum sollte man einen abgenutzten Schraubendreher entsorgen?

Ein abgenutzter Schraubendreher ist ein "Schraubenkiller". Sobald der Kopf einer Schraube erst einmal rundgedreht ist, lässt sie sich nur noch mit großem Aufwand (Ausbohren, Linksausdreher) entfernen. Ein neuer Schraubendreher kostet nur ein paar Euro – eine festsitzende, kaputte Schraube an einem teuren Gerät kostet viel Zeit und Nerven.

Tipp: Wenn du hochwertige Schraubendreher hast (z. B. von Wera, Wiha oder Hazet), halten diese deutlich länger als Billigwerkzeug aus dem Supermarkt, da der Stahl härter und die Passform präziser ist.

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