Wie erkennt man eine falsche CO2-Druckeinstellung bei einer Fassbieranlage?

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Eine falsche CO2-Druckeinstellung bei einer Schankanlage macht sich meist sehr schnell bemerkbar. Man unterscheidet dabei zwischen zu niedrigem und zu hohem Druck.

Hier sind die wichtigsten Anzeichen, an denen du erkennst, dass etwas nicht stimmt:


1. Anzeichen für zu NIEDRIGEN Druck

Wenn der Druck am Druckminderer niedriger eingestellt ist als der natürliche Sättigungsdruck des Bieres (plus Leitungswiderstand), passiert Folgendes:

  • Blasen in der Bierleitung: Das ist das deutlichste Zeichen. CO2 entweicht aus dem Bier bereits im Schlauch, weil der Gegendruck fehlt. Man sieht kleine Gasblasen, die nach oben wandern oder sich sammeln.
  • Stoßweises Zapfen ("Spucken"): Wenn diese Gasblasen am Zapfhahn ankommen, "spuckt" der Hahn, und es kommt ein Schwall Schaum gefolgt von Bier.
  • Anfänglich viel Schaum, dann wenig: Da das CO2 ausgast, hast du erst nur Schaum im Glas, das Bier darunter wirkt aber schnell schal und abgestanden, da die Kohlensäure im Fass verloren geht.
  • Das Bier fließt zu langsam: Der Druck reicht nicht aus, um den Höhenunterschied oder den Leitungswiderstand zu überwinden.

2. Anzeichen für zu HOHEN Druck

Ist der Druck deutlich höher als der benötigte Sättigungsdruck, treten folgende Probleme auf:

  • Das Bier "schießt" aus dem Hahn: Der Durchfluss ist viel zu hoch. Selbst wenn du den Kompensatorhahn fast schließt, ist kaum eine Kontrolle möglich.
  • Übermäßige Schaumbildung (Wildes Bier): Durch die hohe Geschwindigkeit und den extremen Druckunterschied beim Austritt aus dem Hahn wirbelt das Bier so stark auf, dass es im Glas sofort zu Schaum wird.
  • Aufcarbonisierung (nach einiger Zeit): Wenn das Fass länger bei zu hohem Druck angeschlossen ist, presst sich das überschüssige CO2 in das Bier. Das Bier wird "scharf", prickelt unangenehm auf der Zunge und lässt sich nach ein paar Stunden oder am nächsten Tag fast gar nicht mehr schaumfrei zapfen.

Der Sichtcheck: Die "Goldene Regel" in der Leitung

Ein einfacher Blick auf den Bierschlauch (sofern dieser transparent ist) hilft:

  1. Idealzustand: Die Leitung ist komplett mit klarer Flüssigkeit gefüllt. Keine Blasen zu sehen.
  2. Fehler (Druck zu niedrig): Man sieht Blasen in der Leitung aufsteigen.
  3. Fehler (Druck viel zu hoch): Die Leitung sieht zwar klar aus, aber beim Öffnen des Hahns gibt es eine Art "Explosion" im Glas.

Wie ermittelt man den richtigen Druck?

Um Fehler zu vermeiden, muss der Druck nach folgender Faustformel eingestellt werden:

  1. Sättigungsdruck: Abhängig von der Biertemperatur (z. B. bei 7°C ca. 1,1 bar; bei 15°C ca. 1,6 bar).
  2. Höhenzuschlag: + 0,1 bar pro Meter Höhenunterschied (Fass bis Zapfhahn).
  3. Leitungslänge: + ca. 0,05 bar pro Meter Leitung (bei Standard-7mm-Schläuchen).

Beispiel: Bier hat 10°C (ca. 1,2 bar) + 2 Meter Höhe (0,2 bar) + 4 Meter Leitung (0,2 bar) = 1,6 bar Betriebsdruck.

Zusammenfassender Tipp:

Wenn es schäumt, drehen viele Laien den Druck sofort runter. Das ist oft falsch! Wenn Blasen im Schlauch sind, muss der Druck erhöht werden, um das CO2 im Bier zu halten. Schaum durch zu hohen Druck erkennt man eher an der extremen Fließgeschwindigkeit.

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