Wie erkennt eine Geldzählmaschine während des Zählvorgangs zuverlässig Falschgeld?
Moderne Geldzählmaschinen verlassen sich nicht auf ein einziges Merkmal, sondern nutzen eine Kombination aus verschiedenen Sensoren, um Banknoten in Bruchteilen von Sekunden zu prüfen. Man nennt dies Multispektralanalyse.
Hier sind die wichtigsten Technologien, die dabei zum Einsatz kommen:
1. UV-Prüfung (Ultraviolett)
Echtes Geld besteht meist aus Spezialpapier (Baumwoll-Linter oder Polymer), das unter UV-Licht stumpf bleibt (nicht reflektiert). Normales Papier, wie es Fälscher oft verwenden, enthält optische Aufheller und leuchtet unter UV-Licht hell auf. Zudem sind auf echten Scheinen fluoreszierende Fasern und Muster eingearbeitet, die nur unter UV-Licht in bestimmten Farben leuchten.
2. MG-Prüfung (Magnetismus)
Banknoten (insbesondere der Euro und der US-Dollar) enthalten an bestimmten Stellen magnetische Tinte und einen Magnetfaden. Die Sensoren in der Maschine prüfen, ob diese magnetischen Signale an den exakt richtigen Stellen und in der richtigen Stärke vorhanden sind.
3. IR-Prüfung (Infrarot)
Dies ist eines der sichersten Merkmale. Bestimmte Druckfarben auf echten Banknoten reflektieren Infrarotlicht, während andere es absorbieren. Wenn man einen Geldschein unter IR-Licht betrachtet, verschwinden Teile des Bildes, während andere sichtbar bleiben. Die Maschine gleicht dieses „Infrarot-Muster“ mit einer gespeicherten Referenz ab.
4. CIS-Sensoren (Contact Image Sensor / Bilderkennung)
Moderne, hochwertige Maschinen scannen den kompletten Geldschein optisch ab (ähnlich wie ein Fotokopierer, nur viel schneller).
- Bildvergleich: Die Software erkennt das Design, die Denomination (Wert) und die Seriennummer.
- Double-CIS: Teure Geräte scannen beide Seiten gleichzeitig, um sicherzustellen, dass keine zwei Hälften zusammengeklebt wurden.
5. Prüfung der Papierdichte und Abmessungen (3D-Prüfung)
Die Maschine misst mit Ultraschall oder Lichtschranken:
- Dicke: Um festzustellen, ob zwei Scheine aneinanderkleben oder ob das Papier zu dick/dünn ist.
- Format: Länge und Breite des Scheins werden auf Millimeterbruchteile genau gemessen.
6. Spektralanalyse (Farbe)
Sensoren analysieren das Farbspektrum der verwendeten Tinte. Da die Zusammensetzung der Farben von Zentralbanken streng geheim gehalten wird, ist es für Fälscher extrem schwer, exakt die gleichen chemischen Eigenschaften zu treffen, die der Sensor erwartet.
Wie läuft der Prozess ab?
Wenn ein Stapel Geldscheine eingelegt wird, passiert Folgendes:
- Die Scheine werden einzeln eingezogen (bis zu 1.500 Scheine pro Minute).
- Jeder Schein passiert den „Sensortunnel“.
- Die Daten aller Sensoren werden in Echtzeit abgeglichen.
- Ergebnis: Weicht nur ein Parameter (z. B. der Magnetismus ist zu schwach oder das UV-Bild falsch) von der Norm ab, stoppt die Maschine sofort oder leitet den verdächtigen Schein (bei Maschinen mit zwei Ausgabefächern) in ein separates Fach um, ohne den Zählvorgang zu unterbrechen.
Wie zuverlässig ist das?
Geräte, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) zertifiziert sind, haben einen Test bestanden, bei dem sie 100 % der im Umlauf befindlichen Fälschungen erkennen mussten. Günstige Geräte (oft unter 100 €) prüfen meist nur UV und Magnetismus und sind daher weniger zuverlässig als professionelle Banknotenprüfer mit CIS-Technologie.