Wie bestimmt man den passenden Bohrdurchmesser für einen Standarddübel?
Die Bestimmung des richtigen Bohrdurchmessers für einen Standarddübel (Spreizdübel aus Kunststoff) ist eigentlich recht einfach, da es eine goldene Grundregel gibt.
Hier ist der Leitfaden, wie du Schritt für Schritt den passenden Bohrer findest:
1. Die Faustformel: Durchmesser Dübel = Durchmesser Bohrer
Bei fast allen Standarddübeln gilt: Die Zahl, die auf dem Dübel steht, entspricht dem Durchmesser des Bohrers in Millimetern.
- Dübelgröße 5 $\rightarrow$ 5 mm Bohrer
- Dübelgröße 6 $\rightarrow$ 6 mm Bohrer
- Dübelgröße 8 $\rightarrow$ 8 mm Bohrer
- Dübelgröße 10 $\rightarrow$ 10 mm Bohrer
2. Den Untergrund berücksichtigen
Je nachdem, in welches Material du bohrst, musst du die Technik leicht anpassen:
- Beton und Vollziegel: Hier gilt die Faustformel exakt (z. B. 8er Dübel = 8er Bohrer). Nutze einen Steinbohrer mit Schlagfunktion.
- Porenbeton (Ytong) oder weiche Lochziegel: Diese Materialien neigen dazu, „auszuleiern“. Hier kann es ratsam sein, einen Millimeter kleiner zu bohren (z. B. einen 5er Bohrer für einen 6er Dübel), damit das Loch nicht zu groß wird. Zudem sollte man hier ohne Schlag bohren.
- Gipskarton: Hier verwendet man meist spezielle Hohlraumdübel. Auch hier steht der benötigte Bohrdurchmesser fast immer auf der Packung oder dem Dübel selbst.
3. Die richtige Bohrtiefe bestimmen
Das Loch muss immer etwas tiefer sein als der Dübel lang ist, damit die Schraubenspitze Platz hat und der Bohrstaub nicht stört.
- Formel: Dübellänge + ca. 10 mm = Bohrtiefe.
- Tipp: Markiere die Tiefe mit einem Stück Klebeband auf deinem Bohrer, damit du nicht zu tief bohrst.
4. Die passende Schraube wählen
Damit der Dübel hält, muss die Schraube ihn richtig auseinanderdrücken. Die passende Schraubengröße steht oft auf der Dübelpackung. Wenn nicht, hilft diese Orientierung:
| Dübel-Ø | Passender Bohrer-Ø | Empfohlener Schrauben-Ø |
|---|---|---|
| 5 mm | 5 mm | 3,0 – 4,0 mm |
| 6 mm | 6 mm | 4,0 – 5,0 mm |
| 8 mm | 8 mm | 4,5 – 6,0 mm |
| 10 mm | 10 mm | 6,0 – 8,0 mm |
Zusammenfassung der Praxistipps:
- Zahl auf dem Dübel prüfen: Siehst du eine "8", nimm den 8er Steinbohrer.
- Loch reinigen: Puste das Bohrloch nach dem Bohren aus oder sauge es ab. Staub im Loch verhindert, dass der Dübel richtig greift.
- Sitzprüfung: Der Dübel sollte sich mit leichtem Widerstand (oder einem leichten Hammerschlag) bündig in die Wand schieben lassen. Er darf sich beim Eindrehen der Schraube nicht mitdrehen.
Was tun, wenn das Loch zu groß geworden ist? Falls der Dübel locker sitzt: Wickle etwas Malerkrepp um den Dübel oder benutze spezielle Reparaturvliese ("Flüssigdübel"), bevor du ihn einsteckst. Im Notfall hilft oft auch ein Streichholz, das man zusätzlich in das Loch steckt (bevor die Schraube reinkommt).