Welchen Einfluss hat der hohe Zuckergehalt von Rosinenbrötchen auf die Zahngesundheit?

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Der Einfluss von Rosinenbrötchen auf die Zahngesundheit ist aufgrund ihrer speziellen Zusammensetzung besonders kritisch zu bewerten. Man kann hier von einer „doppelten Gefahr“ für die Zähne sprechen.

Hier sind die wichtigsten Faktoren im Detail:

1. Hoher Zuckergehalt als „Bakterienfutter“

Rosinenbrötchen enthalten Zucker aus drei Quellen:

  • Zusatzsugar: Der Teig selbst ist meist gesüßt.
  • Fruchtzucker: Rosinen bestehen zu etwa 60 bis 70 % aus Zucker (Fructose und Glucose).
  • Stärke: Das helle Weizenmehl wird bereits im Mund durch das Enzym Amylase im Speichel in einfache Zucker gespalten.

Die im Mund vorkommenden Bakterien (vor allem Streptococcus mutans) wandeln diese Zucker in Säuren um. Diese Säuren lösen Mineralien aus dem Zahnschmelz (Demineralisation), was die Entstehung von Karies begünstigt.

2. Die Klebrigkeit (Retentionszeit)

Dies ist der entscheidende Punkt, der Rosinenbrötchen gefährlicher macht als etwa ein Glas Limonade:

  • Klebrige Konsistenz: Sowohl der weiche Teig als auch die getrockneten Rosinen sind sehr klebrig. Sie setzen sich in den Fissuren (den Vertiefungen der Backenzähne) und in den Zahnzwischenräumen fest.
  • Lange Verweildauer: Da die Reste lange an den Zähnen haften bleiben, haben die Bakterien über einen langen Zeitraum „Nahrung“. Die Säureproduktion hält also viel länger an, als wenn man etwas flüssiges Süßes zu sich nimmt, das schnell weggespült wird.

3. Die Rolle der Rosine

Rosinen werden oft als „gesunde Süße“ missverstanden. Für die Zähne sind sie jedoch tückisch:

  • Beim Kauen werden sie in winzige, klebrige Partikel zermahlen, die wie Klebstoff am Zahnschmelz haften.
  • Da es sich um konzentrierten Fruchtzucker handelt, ist das Kariespotenzial vergleichbar mit herkömmlichem Haushaltszucker.

4. Der pH-Wert und die Remineralisation

Jedes Mal, wenn man ein Stück Rosinenbrötchen isst, sinkt der pH-Wert im Mund in den sauren Bereich (unter 5,5). Der Speichel benötigt normalerweise etwa 30 bis 60 Minuten, um diese Säure zu neutralisieren und den Zahn durch Mineralien wieder zu härten. Isst man das Brötchen über einen längeren Zeitraum hinweg (immer mal wieder ein Bissen), kommt es zu einem Dauersäureangriff, dem der Speichel nicht mehr entgegenwirken kann.


Tipps zur Schadensbegrenzung

Man muss nicht völlig auf Rosinenbrötchen verzichten, aber man sollte den Umgang damit anpassen:

  1. Nicht zwischendurch snacken: Essen Sie das Rosinenbrötchen lieber als Teil einer Hauptmahlzeit und nicht über den Tag verteilt. So muss der Speichel nur einmal mit dem Säureangriff fertig werden.
  2. Wasser trinken: Trinken Sie direkt danach ein Glas Wasser, um grobe Speisereste wegzuspülen und den Speichelfluss anzuregen.
  3. Zähneputzen, aber mit Pause: Putzen Sie etwa 30 Minuten nach dem Verzehr die Zähne. (Warten Sie kurz, damit der durch die Säure aufgeweichte Schmelz nicht direkt weggeputzt wird).
  4. Kaugummi: Ein zuckerfreier Kaugummi nach dem Essen regt den Speichelfluss an und hilft, die Säure schneller zu neutralisieren.

Fazit: Rosinenbrötchen sind aufgrund der Kombination aus hohem Zuckergehalt und starker Haftfähigkeit an den Zähnen eines der kariesförderndsten Gebäcke. Insbesondere für Kinder, deren Zahnschmelz noch dünner ist, stellen sie ein hohes Risiko dar.