Welche Zusatzkosten fallen an, wenn die vereinbarte Entladezeit des Mischers überschritten wird?

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Wenn die vereinbarte Entladezeit eines Betonmischers (Fahrmischers) überschritten wird, entstehen in der Regel sogenannte Standgelder oder Wartezeitgebühren.

Hier ist eine detaillierte Aufschlüsselung der Kosten und Regelungen, die in der Branche üblich sind:

1. Die übliche Freizone (Entladezeit)

Die meisten Transportbetonwerke gewähren eine vertraglich festgelegte Zeit für das Entladen, die im Preis inbegriffen ist.

  • Standard: Meistens werden 30 Minuten (oder 5 bis 6 Minuten pro Kubikmeter Beton) als kostenlose Entladezeit gewährt.
  • Beginn der Zeit: Die Zeitmessung startet in der Regel, sobald das Fahrzeug auf der Baustelle eintrifft und dem Empfänger die Ankunft gemeldet wurde.

2. Höhe der Zusatzkosten (Wartezeitgebühren)

Wenn diese Zeit überschritten wird, berechnet das Werk jede weitere Minute.

  • Kosten pro Minute: Üblich sind Sätze zwischen 1,50 € und 2,50 € pro Minute (zzgl. MwSt.).
  • Kosten pro Stunde: Das entspricht einem Stundensatz von etwa 90 € bis 150 €.
  • Abrechnung: Meist wird minutengenau oder in 5-Minuten-Takten abgerechnet.

3. Weitere mögliche Folgekosten

Neben dem reinen Standgeld können bei extremen Verzögerungen weitere Kosten entstehen:

  • Zusatzmittel: Wenn der Beton zu lange im Mischer verbleibt, beginnt er abzubinden. Um die Verarbeitbarkeit zu erhalten, muss ggf. Chemie (Verzögerer oder Fließmittel) nachdosiert werden.
  • Qualitätseinbußen: Bei zu langer Standzeit kann der Beton unbrauchbar werden. Wenn die Ladung abgelehnt werden muss, trägt der Besteller die Kosten für:
    • Den vollen Warenwert des Betons.
    • Die Rückfracht zum Werk.
    • Die Entsorgungskosten des Frischbetons (diese sind oft sehr hoch, ca. 50–100 € pro m³).
  • Reinigungskosten: Im schlimmsten Fall härtet der Beton im Mischer aus. Die Reinigung der Trommel ist extrem teuer und kann in die Tausende Euro gehen.

4. Warum werden diese Kosten erhoben?

Betonwerke arbeiten mit einem sehr engen Zeitplan. Ein Mischer, der auf einer Baustelle feststeht, fehlt für die nächste Lieferung. Das Standgeld dient dazu, den Verdienstausfall des Fahrzeugs und den Lohn des Fahrers zu decken.

5. Tipps zur Vermeidung

  • Vorbereitung: Stellen Sie sicher, dass bei Ankunft des Mischers alles bereit ist (Schalung fertig, Bewehrung sauber, Pumpen einsatzbereit).
  • Personal: Sorgen Sie für ausreichend Personal zum Verteilen und Verdichten des Betons.
  • Zufahrt: Halten Sie die Zufahrtswege frei, damit der Mischer sofort an die Entladestelle oder die Pumpe fahren kann.
  • Absprache: Wenn absehbar ist, dass die Entladung länger dauert (z.B. bei Entladung mit dem Kran/Kübel), geben Sie dies bereits bei der Bestellung an. Manchmal lassen sich Pauschalen vereinbaren.

Wichtig: Schauen Sie unbedingt in die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) Ihres Betonlieferanten oder in die Auftragsbestätigung. Dort ist der genaue Minutensatz für Ihr spezifisches Lieferwerk festgehalten.

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