Welche verschiedenen Lineaturen (z. B. kariert, liniert, punktiert) gibt es?
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In Deutschland gibt es eine große Vielfalt an Lineaturen, die je nach Verwendungszweck (Schule, Studium, Büro) und Klassenstufe variieren. Man unterscheidet grob zwischen den Standardformen und den speziellen Schul-Lineaturen.
Hier ist eine Übersicht der gängigsten Varianten:
1. Die Klassiker (Standard-Lineaturen)
Diese findet man in fast jedem Notizbuch oder Collegeblock:
- Liniert (z. B. Lineatur 4 oder 21): Besteht aus horizontalen Linien. In der Regel haben diese einen Abstand von 9 mm. Es gibt sie mit oder ohne Rand (links/rechts).
- Kariert (z. B. Lineatur 5 oder 22): Das typische Kästchenmuster. Standard ist eine Kästchengröße von 5 x 5 mm. Es gibt aber auch großkarierte Varianten (10 x 10 mm) für Schulanfänger.
- Blanko: Ein leeres Blatt ohne jegliche Hilfslinien. Oft liegt ein „Linienspiegel“ (ein stark liniertes Blatt zum Unterlegen) bei, damit man trotzdem gerade schreibt.
- Punktiert (Dot Grid): Ein Raster aus feinen Punkten (meist im 5-mm-Abstand). Dies ist aktuell sehr beliebt für Bullet Journaling, da es die Struktur von Karos bietet, aber optisch unaufdringlicher ist.
2. Spezielle Schul-Lineaturen (Klasse 1 bis 4)
In der Grundschule wird die Lineatur schrittweise an die feinmotorischen Fähigkeiten der Kinder angepasst:
- Lineatur 1 (1. Klasse): Vier Linien pro Zeile (für Ober-, Mittel- und Unterlänge der Buchstaben). Die Zeilenabstände sind sehr groß, oft mit einem farbigen Hintergrund (Kontrastlineatur), damit die Kinder sehen, wo der „Schreibraum“ ist.
- Lineatur 2 (2. Klasse): Ähnlich wie Lineatur 1, aber die Zeilenabstände werden schmaler.
- Lineatur 3 (3. Klasse): Die Linien für Ober- und Unterlänge sind noch vorhanden, aber der Gesamtabstand ist deutlich kleiner.
- Lineatur 4 (4. Klasse): Nur noch eine einzige Grundlinie pro Zeile (ähnlich wie beim Standard-Linierten), meist im Abstand von 10 mm.
3. Fachspezifische Lineaturen
Für bestimmte Aufgaben gibt es spezialisierte Muster:
- Vokabelheft: Das Blatt ist durch einen vertikalen Strich in der Mitte geteilt (meist zwei oder drei Spalten), um Fremdwort und Übersetzung zu trennen.
- Notenlineatur: Besteht aus Gruppen von jeweils fünf horizontalen Linien für die Musiknotation.
- Stenografie-Lineatur: Spezielle Linienabstände mit Hilfslinien für die Kurzschrift, um die Größe der Zeichen genau festzulegen.
- Rautiert: Ein Karomuster, bei dem die vertikalen Linien schräg verlaufen. Dies wird heute seltener genutzt, war früher aber in der Buchhaltung oder für technisches Zeichnen verbreitet.
- Millimeterpapier: Ein sehr feines Gitternetz (1 mm Quadrate), das vor allem für mathematische Funktionsgraphen oder technische Zeichnungen verwendet wird.
4. Sonderformen
- Sechseck-Lineatur (Hexagon): Wird oft von Chemikern genutzt, um organische Molekülstrukturen (wie Benzolringe) einfacher zeichnen zu können.
- Gerastert (Cross Grid): Ähnlich wie kariert, aber die Linien sind nicht durchgezogen, sondern bestehen aus kleinen Kreuzen.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
- Liniert ist für Fließtexte.
- Kariert ist für Mathematik und Naturwissenschaften.
- Punktiert ist der Allrounder für Kreative.
- Blanko ist für Skizzen und Zeichnungen.