Welche verschiedenen Gurkensorten gibt es?
Gurken (Cucumis sativus) sind unglaublich vielfältig. Man unterteilt sie meistens nach ihrem Verwendungszweck, ihrer Schale oder ihrem Anbauort.
Hier ist eine Übersicht der wichtigsten Gurkensorten-Gruppen:
1. Schlangengurken (Salatgurken)
Das sind die klassischen Gurken, die man meistens im Supermarkt findet.
- Merkmale: Lange, schlanke Früchte (meist 30–40 cm), glatte und dünne Schale, sehr kleiner Kernanteil.
- Anbau: Meist im Gewächshaus, da sie Wärme brauchen.
- Verwendung: Roh in Salaten oder als Snack.
- Bekannte Sorten: Dominica, Printo (Minigurke), Sudica.
2. Einlegegurken (Gewürzgurken)
Diese Sorten sind deutlich kleiner und werden geerntet, bevor sie voll ausgewachsen sind.
- Merkmale: Kurze, meist warzige Früchte mit festerem Fleisch.
- Anbau: Meist im Freiland.
- Verwendung: Zum Einlegen in Essigsud (Gewürzgurken, Cornichons) oder Milchsäure (Salzgurken).
- Bekannte Sorten: Vorgebirgstraube, Charlotte, Bidretta.
3. Feldgurken (Freilandgurken / Schälgurken)
Diese sind robuster als Schlangengurken und wachsen am Boden im Garten.
- Merkmale: Etwas kürzer und dicker als Schlangengurken, oft mit einer härteren, teils stacheligen Schale, die meist geschält werden muss.
- Verwendung: Roh als Salat oder (wenn sie groß und gelb werden) als Schmorgurken oder Senfgurken.
- Bekannte Sorten: Tanja, Marketmore, Heike.
4. Spezialitäten und exotische Sorten
Abseits der klassischen grünen Gurken gibt es optische und geschmackliche Highlights:
- Zitronengurke: Sie ist rund, gelb und etwa so groß wie ein Tennisball. Sie schmeckt sehr mild und leicht zitronig.
- Mexikanische Minigurke: Botanisch gesehen eine andere Gattung (Melothria scabra). Die Früchte sehen aus wie winzige Wassermelonen, schmecken aber wie Gurke mit einer säuerlichen Note.
- Netzgurke (Sikkim-Gurke): Eine alte Sorte aus dem Himalaya mit einer braunen, netzartig gerissenen Schale. Sie ist sehr lagerfähig und eignet sich gut als Schmorgurke.
- Weiße Gurken: Es gibt Sorten, die komplett weiß bleiben (z. B. White Wonder). Sie sind oft milder und weniger bitter.
- Armenische Gurke (Schlangengurke): Botanisch eigentlich eine Melone, sieht aber aus wie eine lange, helle, gerillte Gurke und schmeckt auch so.
5. Unterscheidung nach Bitterstoffen
Früher waren Gurken oft bitter (besonders am Stielansatz). Moderne Züchtungen sind meist "bitterfrei". Wenn man alte Sorten anbaut, sollte man bei Stress (Trockenheit, kaltes Gießwasser) vorsichtig sein, da die Pflanze dann Bitterstoffe (Cucurbitacine) produzieren kann.
Welches ist die richtige Sorte für dich?
- Für den Balkon: Minigurken (z. B. Picolino), da sie kompakt wachsen und viele Früchte tragen.
- Für den Garten (ohne Zelt): Robuste Freilandsorten wie Marketmore.
- Für das Gewächshaus: Klassische Schlangengurken.
- Zum Kochen: Große Schälgurken.
Hast du ein bestimmtes Ziel (Anbau im Garten, Balkon oder ein Rezept), für das du eine Empfehlung suchst?