Welche verschiedenen Glanzgrade gibt es bei Buntlacken?

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Bei Buntlacken wird der Glanzgrad maßgeblich dadurch bestimmt, wie stark die Oberfläche das einfallende Licht reflektiert. Die Einteilung erfolgt in der Regel nach DIN-Normen (z. B. DIN EN ISO 2813), wobei der Glanz in „Glanzeinheiten“ (GE) gemessen wird.

Hier sind die gängigen Glanzgrade, sortiert von völlig reflexionsfrei bis spiegelnd:

1. Stumpfmatt / Ultramatt

  • Optik: Absolut glanzlos, wirkt fast samtig oder pudrig. Licht wird komplett gestreut.
  • Eigenschaften: Kaschiert Unebenheiten im Untergrund am besten.
  • Anwendung: Oft im modernen Möbelbau oder für Wände und Decken, wenn eine sehr edle, zurückhaltende Optik gewünscht ist.
  • Nachteil: Empfindlicher gegen „Schreibeffekte“ (helle Streifen bei Berührung) und schwieriger zu reinigen.

2. Matt

  • Optik: Sehr geringer Glanz, wirkt schlicht und dezent.
  • Eigenschaften: Verdeckt kleine Fehler bei der Verarbeitung oder im Untergrund recht gut.
  • Anwendung: Sehr beliebt für den Innenbereich, Möbel und Metallteile, die unaufdringlich wirken sollen.

3. Seidenmatt (der Klassiker)

  • Optik: Ein dezenter, seidiger Schimmer. Es ist der am häufigsten verwendete Glanzgrad.
  • Eigenschaften: Ein guter Kompromiss aus Optik und Belastbarkeit. Die Oberfläche ist glatter als bei Mattlacken und lässt sich daher besser abwischen.
  • Anwendung: Türen, Fußleisten, Möbel, Kinderspielzeug. Er wirkt elegant, ohne zu blenden.

4. Seidenglänzend

  • Optik: Etwas kräftigerer Glanz als seidenmatt, aber noch keine harte Reflexion.
  • Eigenschaften: Sehr robust und gut zu reinigen. Die Farben wirken etwas brillanter als bei matten Lacken.
  • Anwendung: Küchenmöbel, Heizkörper oder Flächen, die häufig beansprucht und abgewischt werden.

5. Glänzend (Hochglanz / Gloss)

  • Optik: Starke Lichtreflexion, fast spiegelnd. Farben wirken sehr tief und intensiv.
  • Eigenschaften: Die Oberfläche ist sehr glatt und hart, dadurch extrem widerstandsfähig gegen Schmutz und Feuchtigkeit.
  • Anwendung: Fensterrahmen (außen), Türen, Boote oder Design-Möbel.
  • Nachteil: Jede kleinste Unebenheit im Untergrund oder Pinselstrich wird sichtbar. Die Vorarbeit (Schleifen/Spachteln) muss perfekt sein.

Zusammenfassung im Überblick:

Glanzgrad Reflexion Sichtbarkeit von Fehlern Reinigungsfähigkeit
Stumpfmatt Keine Sehr niedrig Gering
Matt Sehr wenig Niedrig Mittel
Seidenmatt Schimmernd Mittel Gut
Seidenglänzend Deutlich Hoch Sehr gut
Glänzend Spiegelnd Sehr hoch Exzellent

Tipps für die Auswahl:

  1. Untergrund: Je glänzender der Lack, desto besser muss die Oberfläche vorbereitet sein. Hochglanz verzeiht keine Dellen.
  2. Lichtverhältnisse: In Räumen mit viel direktem Sonnenlicht können glänzende Lacke unangenehm blenden.
  3. Beanspruchung: Für beanspruchte Flächen (z.B. Handläufe oder Küchentische) empfiehlt sich mindestens Seidenmatt, da diese Lacke weniger schmutzanfällig sind.