Welche verschiedenen Bauarten von Ventilatoren gibt es?

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Ventilatoren werden primär nach der Richtung des Luftstroms in Bezug auf die Antriebsachse und nach ihrer Bauform unterschieden. Jede Bauart hat spezifische Vor- und Nachteile hinsichtlich Druckaufbau, Luftmenge und Geräuschentwicklung.

Hier sind die wichtigsten Bauarten:

1. Axialventilatoren (Propellerventilatoren)

Dies ist die bekannteste Bauform. Die Luft wird parallel (axial) zur Drehachse des Flügelrads angesaugt und auch wieder ausgeblasen – ähnlich wie bei einem Flugzeugpropeller.

  • Eigenschaften: Hoher Luftdurchsatz (Fördervolumen), aber nur geringer Druckaufbau.
  • Vorteile: Kompakte Bauweise, preiswert, hoher Wirkungsgrad bei freiem Ausblasen.
  • Einsatzgebiete: Tischventilatoren, PC-Lüfter, Deckenventilatoren, einfache Wandventilatoren zur Entlüftung, Windkanäle.

2. Radialventilatoren (Zentrifugalventilatoren)

Hier wird die Luft axial (entlang der Achse) angesaugt, dann aber durch die Fliehkraft des rotierenden Laufrads um 90 Grad umgelenkt und radial (nach außen) ausgeblasen.

  • Eigenschaften: Erzeugen einen sehr hohen Druck, fördern aber oft geringere Luftmengen als Axialventilatoren gleicher Größe.
  • Unterarten:
    • Vorwärtsgekrümmte Schaufeln: Kompakt, für mittlere Drücke.
    • Rückwärtsgekrümmte Schaufeln: Höherer Wirkungsgrad, unempfindlicher gegen Staub.
  • Einsatzgebiete: Staubsauger, Dunstabzugshauben, Klimaanlagen, Industriegebläse, Haartrockner.

3. Diagonalventilatoren

Diese Bauart ist eine Mischform aus Axial- und Radialventilator. Die Luft wird axial angesaugt, aber konisch (diagonal) nach außen abgelenkt und meist wieder axial ausgeblasen.

  • Eigenschaften: Sie verbinden die Vorteile beider Welten: ein relativ hohes Fördervolumen bei gleichzeitig gutem Druckaufbau.
  • Einsatzgebiete: Rohrventilatoren in Lüftungskanälen, Kühlung von Schaltschränken.

4. Querstromventilatoren (Tangentialventilatoren)

Bei dieser Bauart wird die Luft über die gesamte Breite des walzenförmigen Laufrads angesaugt, quer durch das Innere geleitet und auf der gegenüberliegenden Seite wieder ausgeblasen.

  • Eigenschaften: Erzeugen einen sehr breiten, gleichmäßigen Luftstrom. Sie sind sehr geräuscharm, können aber kaum Druck überwinden.
  • Einsatzgebiete: Klimasplitgeräte (Innengeräte), Luftschleier an Ladeneingängen, Turmventilatoren für das Wohnzimmer.

5. Sonderformen

  • Dachventilatoren: Meist Radialventilatoren in einem speziellen wetterfesten Gehäuse, die die Luft horizontal oder vertikal ins Freie blasen.
  • Rohrventilatoren: Ventilatoren (oft axial oder diagonal), die direkt in ein Rohrsystem eingebaut werden.
  • „Rotorlose“ Ventilatoren (Air Multiplier): Bekannt durch die Firma Dyson. Technisch gesehen sitzt im Standfuß ein kleiner, schnell drehender Radialventilator, der die Luft durch einen schmalen Schlitz im Ring presst. Durch physikalische Effekte (Bernoulli-Prinzip) wird die Umgebungsluft mitgerissen, was den Luftstrom verstärkt.

Zusammenfassung der Auswahlkriterien:

Bauart Druckaufbau Luftmenge Typische Form
Axial Niedrig Hoch Propeller
Radial Hoch Mittel "Schneckenhaus"
Diagonal Mittel Mittel Konisch/Rohrform
Querstrom Sehr niedrig Mittel (breit) Lange Walze