Welche Verletzungsgefahren bestehen beim Abrutschen vom Trittschutz des Spatens?

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Das Abrutschen vom Trittschutz (der oberen Kante des Spatenblatts) ist eine häufige Ursache für Gartenunfälle. Die Verletzungen können dabei von schmerzhaften Prellungen bis hin zu schweren Schnittwunden reichen.

Hier sind die spezifischen Gefahren im Überblick:

1. Verletzungen am Schienbein (Der Klassiker)

Dies ist die häufigste Verletzungsart. Wenn der Fuß vom Tritt abgleitet, schnellt das Bein oft mit voller Kraft nach unten.

  • Schnittwunden: Da die Oberkante des Spatens (auch mit Trittschutz) oft scharfkantig ist, kann sie tiefe Fleischwunden am Schienbein verursachen.
  • Knochenhautentzündungen & Prellungen: Das Schienbein ist nur von einer dünnen Hautschicht geschützt. Ein heftiger Schlag gegen die Metallkante führt zu extrem schmerzhaften Prellungen oder sogar Rissen in der Knochenhaut.

2. Umknicken und Gelenkverletzungen

Durch das plötzliche, unkontrollierte Auftreten auf den Boden (neben den Spaten):

  • Distorsionen (Verstauchungen): Das Sprunggelenk kann umknicken, was zu Bänderdehnungen oder Bänderrissen führen kann.
  • Knieverletzungen: Durch die abrupte Ausgleichsbewegung kann das Knie verdreht werden (Meniskus- oder Kreuzbandgefahr).

3. Sturzverletzungen

Wer mit vollem Körpergewicht auf den Spaten drückt und abrutscht, verliert das Gleichgewicht:

  • Sturz nach vorne: Man kann über den Spatengriff fallen. Dabei besteht die Gefahr von Gesichtskontakt mit dem Spatenstiel oder Aufprallverletzungen an Handgelenken und Ellenbogen.
  • Aufprall auf den Spatengriff: Ein sehr schmerzhaftes Szenario ist, wenn man beim Abrutschen mit dem Genitalbereich oder dem Oberkörper auf das Ende des Spatenstiels (T-Griff oder D-Griff) prallt.

4. Durchstich- oder Schnittverletzungen am Fuß

Falls man keine festen Arbeitsschuhe trägt (z. B. nur Stoffschuhe oder Sandalen):

  • Der Fuß kann seitlich am Spatenblatt vorbeigleiten. Dabei kann das Metall den Fußrücken oder die Zehen schneiden.
  • Im schlimmsten Fall tritt man beim Abrutschen direkt in die frisch ausgehobene Erde auf einen dort befindlichen spitzen Gegenstand (Stein, Wurzel, alter Nagel).

5. Sekundärverletzungen

  • Rückenbeschwerden: Die ruckartige Fehlbewegung beim Abrutschen kann zu Hexenschuss oder Zerrungen der Rückenmuskulatur führen, da der Körper versucht, den Sturz reflexartig abzufangen.

Wie man die Gefahr minimiert:

  1. Festes Schuhwerk: Tragen Sie immer stabile Arbeitsschuhe mit profilierter, fester Sohle (am besten Sicherheitsstiefel der Klasse S3). Turnschuhe oder Gummistiefel bieten zu wenig Halt.
  2. Spaten mit breitem Trittschutz: Achten Sie beim Kauf auf Spaten mit einer breiten, profilierten Trittauflage.
  3. Reinigung: Halten Sie die Trittflächen und Ihre Schuhsohlen frei von nassem Lehm oder Schlamm, da dies die Rutschgefahr massiv erhöht.
  4. Senkrechter Druck: Drücken Sie den Spaten immer möglichst senkrecht in den Boden. Je schräger der Winkel, desto eher rutscht man ab.
  5. Trockenheit: Bei Nässe ist besondere Vorsicht geboten, da Metall und Gummi dann kaum Reibungswiderstand bieten.
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