Welche Unterschiede bestehen zwischen hydraulisch und elektronisch gesteuerten Geräten?

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Die Unterschiede zwischen hydraulisch und elektronisch gesteuerten Geräten werden am häufigsten am Beispiel von Durchlauferhitzern erklärt, da dies das klassische Anwendungsgebiet ist. Aber auch in der allgemeinen Steuerungs- und Antriebstechnik gibt es diese Unterscheidung.

Hier ist der Vergleich, primär bezogen auf die Warmwasserbereitung, da dies die meiste Relevanz im Alltag hat:

1. Hydraulisch gesteuerte Geräte (Die klassische Technik)

Diese Geräte arbeiten rein mechanisch über den Wasserdruck.

  • Funktionsweise: Im Inneren befindet sich eine Membran. Wenn man den Wasserhahn öffnet, entsteht ein Druckunterschied. Dieser bewegt die Membran, welche wiederum einen mechanischen Schalter (meist in zwei Stufen) betätigt, um die Heizwendeln einzuschalten.
  • Temperaturregelung: Die Temperatur lässt sich meist nur über die Wassermenge regeln. Will man heißeres Wasser, muss man den Durchfluss drosseln. Will man kühleres Wasser, muss man am Wasserhahn kaltes Wasser zumischen.
  • Nachteile:
    • Temperaturschwankungen: Wenn jemand anderes im Haus Wasser zapft, sinkt der Druck und die Temperatur ändert sich sofort (oft wird es kurz eiskalt oder brühend heiß).
    • Einschaltmenge: Es ist ein gewisser Mindestdruck/Durchfluss nötig, damit das Gerät überhaupt anspringt.
    • Energieverlust: Da oft zu heißes Wasser produziert und dann mit kaltem Wasser gemischt wird, geht Energie verloren.
  • Vorteile: Günstig in der Anschaffung, robuste und einfache Technik ohne empfindliche Elektronik.

2. Elektronisch gesteuerte Geräte (Der moderne Standard)

Diese Geräte nutzen Sensoren und Mikroprozessoren.

  • Funktionsweise: Sensoren messen die Temperatur des zulaufenden Wassers und die Durchflussmenge. Ein Mikroprozessor berechnet exakt die benötigte Heizleistung, um die gewünschte Auslauftemperatur zu erreichen.
  • Temperaturregelung: Die Temperatur kann meist gradgenau am Gerät eingestellt werden. Das Gerät passt seine Leistung stufenlos (modulierend) an.
  • Vorteile:
    • Konstante Temperatur: Auch wenn der Wasserdruck schwankt oder andere Zapfstellen geöffnet werden, bleibt die Temperatur stabil.
    • Komfort: Kein mühsames Einmischen von Kaltwasser nötig.
    • Energieeffizienz: Man spart bis zu 20–30 % Energie und Wasser gegenüber hydraulischen Geräten, da nur exakt die Energie aufgewendet wird, die benötigt wird.
    • Geringer Wasserdruck: Sie springen schon bei sehr kleinen Wassermengen an.
  • Nachteile: Höherer Anschaffungspreis, die verbaute Elektronik ist potenziell anfälliger für Defekte (z. B. durch Überspannungen).

Die drei Stufen der elektronischen Steuerung

Man unterscheidet bei modernen Geräten oft noch feiner:

  1. Elektronisch gesteuert: Misst Zulauftemperatur und Durchfluss. Die Auslauftemperatur wird berechnet. Wenn das Wasser sehr kalt ist und man voll aufdreht, kann die Temperatur leicht absinken (Leistungsgrenze).
  2. Elektronisch geregelt: Besitzt einen zusätzlichen Sensor am Auslauf. Das Gerät vergleicht Soll- und Ist-Wert und korrigiert die Heizleistung aktiv nach.
  3. Vollelektronisch geregelt: Kann zusätzlich die Durchflussmenge über ein Motorventil begrenzen. Wenn die Heizleistung nicht ausreicht, um die Wunschtemperatur bei vollem Durchfluss zu halten (z. B. im Winter), reduziert das Gerät automatisch die Wassermenge, damit das Wasser so heiß bleibt wie eingestellt.

Zusammenfassung: Der direkte Vergleich

Merkmal Hydraulisch Elektronisch
Steuerung Mechanisch (Wasserdruck) Sensoren & Mikroprozessor
Temperatur Schwankend, abhängig vom Druck Konstant und gradgenau
Komfort Mittel (Nachjustieren nötig) Hoch
Energieverbrauch Höher (Verluste durch Mischen) Niedriger (Bedarfsgerecht)
Mindestdurchfluss Hoch (braucht viel Druck) Sehr gering
Preis Günstig Teurer

Fazit: In der heutigen Zeit ist ein elektronisch gesteuertes Gerät fast immer die bessere Wahl, da sich der höhere Anschaffungspreis durch die Stromersparnis meist innerhalb weniger Jahre amortisiert und der Komfort (vor allem beim Duschen) deutlich höher ist.

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